Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme des Bakteriums
Corynebacterium glutamicum
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Gezielte Veränderungen im Stoffwechsel von
Corynebacterium glutamicum zur Konstruktion eines Serinproduktionsstamms
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Ziel des Projekts war es, ein hocheffizientes biotechnologisches Verfahren zur umweltfreundlichen Herstellung der Aminosäure L-Serin zu entwickeln. Dazu wurde der Stoffwechsel des Bakteriums Corynebacterium glutamicum gezielt und mit größtmöglicher Ausbeute in Richtung L-Serin-Bildung umgelenkt. Dieses Bakterium ist als guter Aminosäureproduzent bekannt und mit ihm werden derzeit die Aminosäuren L-Lysin und L-Glutamat im 100.000-Tonnen-Maßstab produziert.
Serin im Zentrum des Stoffwechsels
Während die Biosynthese der Aminosäure L-Serin in nur drei Schritten erfolgt, stellt sie selbst die Vorstufe für eine Vielzahl weiterer Stoffwechselprozesse dar. Es war daher notwendig, einerseits die L-Serin-Biosynthese durch Überproduktion der Biosyntheseenzyme zu verstärken und andererseits den Abbau des L-Serins zu vermindern. Das erfolgte durch Ausschalten der entscheidenden L-Serin abbauenden Enzyme. In Kombination mit einer verbesserten Vorstufenbereitstellung und Deregulation der Schlüsselenzyme gelang es, die L-Serin-Anreicherung um den Faktor 10.000 zu steigern.
Trotz dieser ermutigenden Ergebnisse sind weitere Fortschritte erfoderlich, um eine wirtschaftliche Produktion von Serin im industriellen Maßstab zu ermöglichen. Als Ziel für die Produktion wurde in der Modellbildung für die begleitende Ökobilanz und Wirtschaftlichkeitsanalyse für das fermentative Verfahren von 30g/l Produktausbeute und 47% Aufarbeitungsausbeute ausgegangen. Betrachtet wurden hierbei auch unterschiedliche Ausgangsrohstoffe. Unter diesen Bedingungen zeigen sich signifikante ökologische Vorteile (Energiebedarf, Wasserverbrauch, Abwasser, Treibhauseffekt) des fermentativen Verfahrens gegenüber dem Referenzverfahren der sauren Hydrolyse. Aus ökonomischer Sicht bietet die Fermentation bei diesen Zielparametern relativ zur sauren Hydrolyse und unter den Bedingungen eines deutschen Produktionsstandorts zwar Kostenvorteile; um aber im internationalen Wettbewerb dauerhaft bestehen zu können und angesichts des herrschenden Preisdrucks auf dem Markt für Aminosäuren auch in ungünstigen Marktphasen mit ausreichenden Deckungsbeiträgen produzieren zu können, ist eine weitere Verbesserung des Stamms und des Gesamtprozesses erforderlich.
Projektziel:
Mikrobielle Produktion der Aminosäure L-Serin unter besonderer Berücksichtigung der Ökobilanzierung
Projektträger:
Forschungszentrum Jülich GmbH
Institut für Biotechnologie 1
Prof. Dr. Hermann Sahm
52425 Jülich
Telefon:
02461 / 61-3294
Fax:
02461 / 61-2710
URL:
www.fz-juelich.de/ibt/ibt-1.html
E-Mail:
h.sahm@fz-juelich.de