PHB wiederum kann zu Plastik verarbeitet werden und bietet damit viele ökologische Vorteile:
- Plastikherstellung aus nachwachsenden Rohstoffen
- gebrauchsstabil, aber schnell biologisch abbaubar
- bioverträglich bei medizinischer Anwendung
Allerdings ist PHB schwer zu verarbeiten, spröde, nicht transparent und verursacht höhere Herstellungskosten im Vergleich zu Kunststoffen aus Erdöl.
Bakterien erzeugen Bio-Werkstoff Der Arbeitsgruppe Chemische Funktionen in Biosystemen der Universität Ulm ist es gelungen, diese Nachteile zu beheben und aus PHB ein konkurrenzfähiges Biomaterial zu machen. Das Stoffwechselprodukt bildet die Grundlage der Produktion von Polyesterurethan (PEU). Das zweistufige Herstellungsverfahren zeichnet sich durch besondere Umweltverträglichkeit aus, da die Ausgangsstoffe fast vollständig umgesetzt und Lösungs- und Fällungsmittel wiederverwertet werden können.
Die Mischung macht’s Der zäh-elastische Werkstoff PEU ist gebrauchsstabil und biologisch schnell abbaubar. Seine thermischen und mechanischen Eigenschaften lassen sich gut einstellen. Für viele Anwendungen ist die Herstellung jedoch noch zu teuer. Eine kostengünstigere Alternative stellen so genannte Blends (Verbundstoffe) dar. Diese Mischung aus PEU und Recyclingmaterial (zum Beispiel Kunstseideabfall) oder natürlichen Rohstoffen wie Flachs, Hanf oder Holzmehl ergibt ein hartes, zähes und schlagfestes Material.
Plastik, das nachwächst Verwendbar als Kleber, Verpackung, Spritzgussteile, Folien oder Platten trägt nach-wachsendes Plastik den Erfordernissen der nachhaltigen Entwicklung Rechnung:
- Es besteht zu großen Teilen aus erneuerbaren Rohstoffen.
- Sein Einsatz schont begrenzte Ressourcen.
- Seine Herstellung erfolgt nahezu CO2-neutral.
- Es lässt sich nach Gebrauch in stoffliche oder energetische Kreisläufe einspeisen.
Projektthema Umweltgerechte Materialien aus
biotechnisch gewonnenen Polymeren
und Recyclingmaterial
Projektdurchführung Universität Ulm
Arbeitsgruppe Chemische Funktionen in Biosystemen
Albert-Einstein-Allee 47
89069 Ulm
Telefon 0731|502-3160
Telefax 0731|502-3159
www.uni-ulm.de/uni/fak/natwis/polymere/ hartmut.seliger@uni-ulm.de