Die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen hat sich in den letzten 20 Jahren erheblich verändert. An die Stelle alltagsweltlicher Spiel- und Erlebnisräume und an die Stelle originärer Naturerfahrung sind nicht selten Medienkonsum und ein teilweise exzessiver Gebrauch von Computer- und Konsolenspielen getreten.
Jungen scheinen von dieser Entwicklung stärker betroffen als Mädchen, bildungsferne Milieus stärker als bildungsnahe.
Sozialwissenschaftliche Studien belegen, dass sich dieser Medienkonsum und die Naturentfremdung von Kindern und Jugendlichen weiter verstärken. Darüber hinaus führen jugendkriminologische Studien zu der Erkenntnis, dass eine zunehmende und exzessive Nutzung von gewaltbetonten Medien und Computerspielen zu einer Reduktion realer sozialer Aktivitäten, zum Verlust von sozialen Kompetenzen, zur Beeinträchtigung der Schulleistungen bis hin zur Förderung der Gewaltbereitschaft führt. Diese aktuellen Entwicklungen stellen für eine Umweltbildung, die in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung nicht nur jene Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen sollte, die regelmäßig an bestehenden Programmen im formalen wie außerschulischen Bildungs- system partizipieren, eine enorme Herausforderung dar.