23.07.2013 | Deutsches Fleisch frisst Paraguays Wald!

Die Folgen des Sojaanbaus in Paraguay – eine "Speakers Tour" mit Elias Diaz Pena, dem Geschäftsführer von Friends of the Earth Paraguay, vom 19. bis 25. Juli 2013 in verschiedenen deutschen Städten. Im Rahmen der ErneuerBar mit der BUNDjugend und dem Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile und Lateinamerika berichtet Elias Diaz Pena am 23.07.13 in Berlin von den Auswirkungen des Futtermittelanbaus in seinem Land. Die BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer ergänzt die Erfahrungen von vor Ort mit Einblicken in die Folgen des weltweiten Glyphosateinsatzes.

Sojafeld in Alto Parana, Paraguay. © Friends of the Earth Paraguay
Sojafeld in Alto Parana, Paraguay.

Ab 19 Uhr, Laika, Berlin-Neukölln, Emser Straße 131

Das Sechs-Millionen-Land Paraguay ist vom Sojaanbau geprägt. Es ist der viertgrößte Sojaexporteur der Welt. Die riesigen Felder mit den gentechnisch manipulierten, proteinhaltigen Bohnen machen bereits drei Viertel der gesamten Nutzfläche aus.

Die expandierenden Sojamonokulturen zerstören nicht nur Ökosysteme und Biodiversität, sondern vertreiben Kleinbauern und -bäuerinnen vom Land und in die Armut. Einen Beitrag zur Ernährungssicherung leistet der Sojaanbau in Paraguay nicht, landet doch der Großteil der Ernte als Futtermittel in den Futtertrögen für die europäische Massentierhaltung.

Zudem vergiften die eingesetzten Pestizide Mensch und Umwelt: Neben einigen Pestiziden, die in der EU gar nicht mehr zugelassen sind, wird in den Sojaplantagen das durch großflächige Besprühungen (mit dem Flugzeug) eingebrachte Glyphosat verwendet. Die gentechnisch veränderte Soja ist resistent gegen dieses von Monsanto patentierte und weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel. Dessen Gefährlichkeit wird mittlerweile nicht nur in den Sojaanbau-Ländern Lateinamerikas, sondern auch in der EU und Deutschland heftig und kontrovers diskutiert.

Vorträge und Diskussionen in ganz Deutschland

Elias Diaz Pena ist Geschäftsführer bei Friends of the Earth Paraguay und arbeitet zu den Themen Umwelt- und Waldschutz, Handel und internationalen Finanzinstitutionen. Er saß zwischen 2000 und 2004 im Vorstand von Friends of the Earth International. 2000 erhielt Diaz Pena den "Oscar Rivas" und den "Goldman Environmental Prize for South and Central America".

Vom 19. bis 25. Juli 2013 ist Elias Diaz Pena in Deutschland zu Gast und wird in Zusammenarbeit mit verschiedenen BUND-Gruppen und der BUNDjugend vor Ort Vorträge halten und mit den Menschen über die Probleme des Sojaanbaus in seiner Heimat diskutieren.

Informationen zu den anderen Terminen finden Sie hier.