Die Landeslehrstätte für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung Mecklenburg-Vorpommern am Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG), der Verein „Ostseelandschaft Vorpommern - Vereinigung zum Schutz der Landschaft und ihrer natürlichen Vielfalt e.V." und die „Stralsunder Akademie für Garten- und Landschaftskultur“ laden ein zu einer Tagung mit dem Thema: NATUR SETZT STADT IN WERT. BIOLOGISCHE VIELFALT IN STÄDTISCHEN RÄUMEN DER TOURISMUSREGION MECKLENBURG-VORPOMMERN.
In der Veranstaltung sollen schwerpunktmäßig die Chancen für Land-, Klein- und Mittelstädte erörtert werden, die mit der Stadtnatur im Innen- und Außenbereich verbunden sind. Biologische Vielfalt ist dabei ein wichtiges Merkmal für lebenswerte und touristisch attraktive Kommunen. Im Rahmen der Tagung sollen Handlungsmöglichkeiten der Kommunen sowie Informationen und Grundlagen für politische Entscheidungen in Bezug auf die Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt vorgestellt und diskutiert werden.
Mehr zu der Veranstaltung erfahren Sie hier.
Städte und einwohnerstarke Großgemeinden sind keine naturfreien Räume. Um attraktiv zu sein, benötigen städtisch strukturierte Bereiche in ausreichendem Maße „grüne Bereiche“. Naturnahe Flächen und Grünflächen prägen das Erscheinungsbild unserer Städte und Siedlungen in aller Regel entscheidend mit und tragen messbar zum Wohlbefinden der Bewohner und der Besucher bei. Naturnahe Elemente und Grünstrukturen wie Biotope, Parkanlagen, alte Bäume, Gärten sowie Wälder, Wiesen und Weiden dienen den Stadtbewohnern als Orte der Erholung und den Touristen als attraktive Ergänzung und Motivation für den Stadtbesuch. „Stadtnatur“ verbessert somit die Lebensqualität der Bewohner und die Angebotsqualität für die Besucher deutlich. Neben gepflegten, in vielen Fällen auch kulturhistorisch wertvollen Grün- und Parkanlagen tragen sich selbst überlassene, kleine und große Brachflächen zum Erscheinungsbild der Städte bei. Sie sind zudem von großer sozial-ökologischer Bedeutung. Diese „wilderen Ecken“ in den Städte locken mit ihren Wildblumen und Stauden, Sträuchern und Bäumen viele Insekten und Vögel an. Auf diesen Freiflächen können Stadtkinder unbeschwert spielen und Naturerfahrungen fürs Leben sammeln. Gemäß Bundesnaturschutzgesetz gehören Naturerfahrungsräume im besiedelten und siedlungsnahen Bereich in Deutschland zu den Freiräumen, die „zu erhalten und dort, wo sie nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind, neu zu schaffen“ sind. Auch wenn in Mecklenburg-Vorpommern die Naturausstattung der freien Landschaft touristischer Anziehungsfaktor Nummer eins ist, sollte der Besuch von Städten auf dem Lande Erlebnisse und Eindrücke vermitteln, die zu einem erneuten Besuch einladen. Dazu sind konkrete Anstrengungen hinsichtlich der Stadtnatur und des Gründesigns notwendig. Die kommunale Landschaftsplanung kann hier einen Rahmen vorgeben, nicht aber kommunale Einzelinitiativen und -planungen ersetzen.