30.10.2013 | Workshop: „Horizon Scanning“ in der Biodiversitätsforschung – Auf der Suche nach den Themen der Zukunft

Welche Fragestellungen und Bedrohungen für die biologische Vielfalt finden bisher zu wenig Berücksichtigung in der Wissenschaft? Welche Lösungen oder Maßnahmen könnten zukünftige technische Entwicklungen oder eine Veränderung der Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt erfordern? Was sind die Themen, die in 10 oder 20 Jahren relevant werden? In einer Online-Umfrage und einem Horizon Scanning Workshop am 30. Oktober 2013 in Berlin möchte NeFo Sie dazu einladen, Ihre Vorschläge zu drängenden gesellschaftlichen Aufgabenfeldern einzubringen. Die Ergebnisse werden im November auf dem 2. Nationalen Forum zu IPBES in Bonn vorgestellt.

Das 1. Nationale Forum zu IPBES fand im Juli 2011 in Bonn statt. © nefo
Das 1. Nationale Forum zu IPBES fand im Juli 2011 in Bonn statt.

30. Oktober 2013, 10 - 16 Uhr, Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft, Chausseestraße 111, 10115 Berlin

Die biologische Vielfalt unseres Planeten ist bedroht, an dieser Aussage besteht kaum Zweifel. Was jedoch diese Vielfalt ausmacht, worin genau die Bedrohung besteht, was die Gründe dafür sind und wie mögliche Lösungen zum Schutz der biologischen Vielfalt aussehen könnten, damit befassen sich zahlreiche Akteure und Disziplinen im weiten Feld der Biodiversitätsforschung. Es gibt bereits unzählige Studien und Forschungsprojekte zu einem breiten Spektrum an Themen im Bereich der Biodiversitätsforschung. Der neu gegründete Welt-Biodiversitätsrat (IPBES.net) hat es sich darum zur Aufgabe gemacht, dieses Wissen zu bündeln, um es für die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung nutzbar zu machen.

Was aber sind die Themen, Fragestellungen und Bedrohungen für die biologische Vielfalt, die bisher noch keine bzw. kaum Berücksichtigung in der Wissenschaft fanden, weil sich die Auswirkungen voraussichtlich erst in naher Zukunft, z.B. in 5 oder 10 Jahren, oder erst viel später abzeichnen werden? Welche Lösungen oder Maßnahmen könnten zukünftige technische Entwicklungen oder eine Veränderung der Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt, erfordern? Solchen und ähnlichen Fragen soll ein nun beginnender Prozess nachgehen, der sich mit der Suche nach zukünftigen Forschungsthemen befasst.

Bis zum 25. Oktober 2013 können über die Online-Umfrage Vorschläge zu neuen oder bisher wenig beachteten Bedrohungen für die biologische Vielfalt bzw. potentielle Lösungsvorschläge, innovative Maßnahmen und neue politische Forderungen, die in den nächsten 5, 10 oder 20 Jahren relevant werden können, auf biodiversity.de eingebracht werden. Diese Vorschläge sollen dann auf dem Workshop am 30. Oktober 2013 präsentiert, diskutiert und in mehreren Runden bewertet werden. Kriterien für die Bewertung sind z.B. wann das Thema relevant werden könnte, wie stark seine Auswirkungen auf Biodiversität sein und auf welcher Ebene sich diese Auswirkungen bemerkbar machen könnten.

Das Ziel dieses Workshops und des begleitenden Prozesses ist es, neue Themen aufzuspüren und zu diskutieren. Der Workshop baut auf den Ergebnissen des NeFo-Fachgesprächs zu „Horizon Scanning“ auf und ist an den Ansatz der Cambridge Conservation Initiative (CCI) und W.J. Sutherland angelehnt. Horizon Scanning ist eine Methode, bei der systematisch nach potentiellen Bedrohungen, Chancen und Entwicklungen gesucht wird, die bisher in der Forschung bzw. Politik noch keine Berücksichtigung gefunden haben.

Der Workshop richtet sich an alle, die Ideen zu zukünftigen Bedrohungen oder neue Lösungen zum Stopp des Verlustes der biologischen Vielfalt haben oder diese diskutieren möchten. Dabei geht es explizit auch um neue Perspektiven jenseits der klassischen Disziplinen wie der Biologie, Ökologie, Agrarforschung oder den Umweltwissenschaften. Insbesondere ansprechen möchte nefo auch Interessenten der Sozial- und Geisteswissenschaften und auch Akteure außerhalb der Wissenschaft sind einladen, ihre Ideen einzubringen.

Die Anzahl der Teilnehmer/innen ist begrenzt. Hinsichtlich einer Unterstützung bei den Reisekosten und gegebenenfalls für eine Unterkunft melden Sie sich bitte bei nefo. Die Veranstaltung ist vorerst auf Deutsch geplant, bei Anmeldungen von Nichtmuttersprachlern wird sie auf Englisch durchgeführt.

Die Möglichkeit zur Anmeldung sowie weitere Informationen finden Sie hier.