26.03.2014-01.06.2014 | Wettbewerb "Blühende Ackerwildkräuter"

Wer hat die seltensten Kräuter im Acker? Mehr als ein Drittel der Ackerwildkräuter ist vor dem Aussterben bedroht. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat daher zusammen mit dem BUND Naturschutz in Bayern (BN) und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) den Wettbewerb "Blühende Ackerwildkräuter" ins Leben gerufen. Erste Austragungsregion ist Unterfranken. Noch bis zum 1. Juni können sich fränkische Landwirte für den Wettstreit bewerben.

Neu entstandenes Ackerwildkräuterreservat bei Gottmadingen (Landkreis Konstanz) © Bodensee-Stiftung
Für den Schutz von Ackerwildkräutern setzt sich beispielsweise das UN-Dekade-Projekt "Netzwerk Blühender Bodensee" ein.

Ackerwildkräuter wie Kornblume, Frauenspiegel und Sommeradonisröschen waren durch viele Jahrhunderte Begleiter der Nahrungsmittelerzeugung auf den Äckern. Die Perfektionierung der Saatgutreinigung sowie Unkrautbekämpfung mit Herbiziden führten in den letzten Jahrzehnten zu einem immer stärkeren Artenschwund im Lebensraum Acker. Heute gilt mehr als ein Drittel der Ackerwildkraut-Arten als gefährdet, einige sind sogar schon ausgestorben.

Ziel des Wettbewerbs ist es, diesen oft unscheinbaren Arten wieder mehr Beachtung zu schenken. Prämiert werden sollen Äcker, auf denen zwischen der Feldfrucht auch noch seltene Ackerwildkräuter wachsen und damit eine Arten- und Strukturvielfalt besteht. Gesuchte Ackerwildkräuter sind vor allem die Arten auf den Grenzertragsstandorten der Kalk- oder Sandäcker, die aufgrund des zunehmenden Produktionsdrucks selten geworden sind wie zum Beispiel Gewöhnlicher Frauenspiegel, Acker-Rittersporn oder Acker-Wachtelweizen .

"Der Verlust an Ackerwildkräutern führt auch zu drastischen Verlusten bei den bestäubenden und auf Ackerwildkräuter spezialisierten Insekten, wie beispielsweise die Mohn-Mauerbiene (eine Wildbienenart) oder die Ehrenpreis-Sandbiene, jedoch auch viele Schmetterlings- und Hummelarten", mahnt Marion Ruppaner, BN Agrarreferentin.

Mitmachen kann jeder landwirtschaftliche Betrieb in Unterfranken, der diese Arten im Acker findet. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 1. Juni. Danach werden die gemeldeten Flächen bewertet und die 15 Besten ausgewählt. Die Prämierung der Siegerbetriebe wird am 02.07.2014 direkt am Siegeracker stattfinden.

1. - 2. Preis: Gutscheine für einen Aufenthalt im Biohotel im Wert von 300 und 200 Euro

3. - 5. Preis: Wein aus der Region

6.-15. Preis: Bücher über essbare Wildpflanzen

Anmeldeformulare liegen bei den Ämtern für Landwirtschaft, den Landschaftspflegeverbänden und den BN Kreisgruppengeschäftsstellen aus.

Die Bewerbung ist auch direkt per Internet möglich unter: www.lfl.bayern.de

 

Für Rückfragen:

Franziska Mayer, LfL, 08161/71-5821

Marion Ruppaner, BN Agrarreferentin, 0911/81878-20

Beate Krettinger, DVL, 0981/4653-3542