Die Schau ist eine Leihgabe des Zoologischen Museums der Universität Zürich und wird erstmals in Deutschland gezeigt. Die Galápagos-Inseln liegen etwa 1.000 Kilometer westlich vor der ecuadorianischen Küste und sind wegen ihrer einmaligen Natur berühmt. „Dabei sind Flora und Fauna im Vergleich zum Festland eher artenarm“, weiß Ausstellungskoordinator Dr. Gunnar Brehm. „Besonders interessant sind die endemischen – also nur auf Galápagos vorkommenden – Arten, die vor Menschen keine Scheu haben. Historisch wichtig sind aber auch Charles Darwins Beobachtungen auf den Inseln“, sagt Brehm. Der britische Naturforscher besuchte 1835 die Inseln und machte dort wichtige Entdeckungen, die auch bei der Entwicklung der Evolutionstheorie eine Rolle spielten. So wurde ihm berichtet, dass sich die Panzerformen der Riesenschildkröten von Insel zu Insel leicht unterscheiden – für den Forscher ein wichtiger Hinweis dafür, dass die Arten veränderlich sind und sich entsprechend ihrer Umgebung anpassen.
Im Fokus der Ausstellung stehen nicht nur die außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt und Darwins Beobachtungen. Ein Schichtstufenmodell erklärt zudem den vulkanischen Ursprung der Inseln. Außerdem macht die Schau auf die aktuellen Probleme auf Galápagos aufmerksam: So bedrohen eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten, wie Ziegen, Katzen und Ratten, die einzigartige Natur von Galápagos. „Die einheimischen Tiere haben Millionen Jahre lang isoliert und ohne Landraubtiere auf den Inseln gelebt. Im Laufe der Evolution haben sie ihr natürliches Fluchtverhalten verloren und sind den neuen Feinden schutzlos ausgeliefert“, erklärt Brehm.
Die Sonderausstellung wartet mit einem besonderen Konzept auf: Denn es gibt keine Schautafeln mit langen Texten und die meisten Exponate sind nicht in Vitrinen eingeschlossen. Mithilfe eines umfangreichen, als Reiseführer konzipierten Begleitbuchs können die Besucher die Ausstellung selbstständig erkunden – und so in die Welt von Galápagos eintauchen. Begleitet wird die Ausstellung von einem Vortragsprogramm über die Besonderheiten der Inseln.
Ausstellung im Überblick:
Titel: „Galápagos“
Ort: Phyletisches Museum der Universität Jena
Zeit: 03.04.-19.10.2014
Öffnungszeiten: täglich von 9.00-16.30 Uhr
Die Ausstellung ist eine Leihgabe der Universität Zürich, die gezeigten Darwinfinken sind eine Leihgabe der Universität Bonn.
Weitere Informationen unter: www.phyletisches-museum.uni-jena.de
Kontakt:
Dr. Gunnar Brehm
Institut für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie mit Phyletischem Museum der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Erbertstraße 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949184
E-Mail: gunnar.brehm[at]uni-jena.de