16.06.2014-19.06.2014 | Naturschutz und Rechtsradikalismus - Gegenwärtige Entwicklungen, Probleme, Abgrenzungen und Steuerungsmöglichkeiten II

Umwelt- und Naturschutzthemen werden zunehmend durch Rechtsextreme aufgegriffen. Sie versuchen durch gesellschaftskritische Inhalte (z.B. industrialisierte Landwirtschaft, Gentechnik, Tierschutz) und verschiedene Kommunikationsmaßnahmen, insbesondere über Web 2.0 (z.B. Verlinkung mit "seriösen" Webseiten) in sozialen Bewegungen Fuß zu fassen und Sympathieträger für sich zu gewinnen. Es besteht die Gefahr, dass bestimmte Begriffe und Inhalte, z. B. Heimat, Landschaft, Ökolandbau, die im Naturschutz positiv besetzt sind, durch eine rechtsextreme Ideologie vereinnahmt werden.

Naturschutzakademie Insel Vilm: Tagungshaus © BfN
Naturschutzakademie Insel Vilm: Tagungshaus.

16. bis 19. Juni 2014 bei der Internationalen Naturschutzakademie des Bundesamtes für Naturschutz auf der Insel Vilm

Naturschützerinnen und Naturschützer finden sich plötzlich in einer Gesellschaft wieder, der sie nicht angehören möchten. Das Problem ist bundesweit präsent, mit einem spezifischem Fokus in MV und in anderen ostdeutschen Bundesländern auf die entleerten Räume, wo die überwiegenden Probier- und Experimentierfelder dieser Szene liegen (NPD seit zwei Wahlperioden stabil im Landtag von MV und Sachsen). Es kann von einer Instrumentalisierung des Umwelt- und Naturschutzes gesprochen werden, einem wachsenden Milieu, das Netzwerke bildet. Es verschwindet nicht durch Nichtbeachtung.

Ziele dieser zweiten Tagung ist die Vertiefung und Konkretisierung der Ergebnisse der ersten Tagung vom November 2013:

  • a) Konkrete Informationen und Kommunikationshilfen zur Sensibilisierung von Naturschutzakteuren aus Praxis, Behörden und Verbänden. Diese Zielgruppen aus dem Naturschutzbereich und aus dem Bildungssektor sollen für diese problematische Entwicklung sowie für eine Schärfung des Blicks auf den Rechtsextremismus (Fokus Naturschutzthemen) sensibilisiert werden. Der Unterwanderung der Naturschutzszene von Rechts muss entgegengewirkt werden.
  • b) Positionierung des Naturschutzes und deutliche Abgrenzung zur Nazi-Ideologie.
  • c) Aufbau von Kooperationen mit entsprechenden Netzwerken und Beratungsstellen.

Es handelt sich um ein zweijähriges Tagungsprojekt inkl. einer Studie, bei welchem Kommunikationsstrategien (z. B. Heimat, "Dt. Landschaften", fremde Arten, "völkische Siedlungsgemeinschaften", regionale Identität) und Verbreitungswege (Bürgerintiativen, Internet, Musik, Freizeitaktivitäten, Zeitschrift Umwelt & aktiv, etc.) für den rechten Ideologietransport sowie die Naturschutzpositionen der rechtsextremen Gruppierungen mit Experten analysiert werden. Daneben sollen Gegenstrategien und Beratungsangebote vorgestellt werden. Es werden auch Institutionen/Einrichtungen einbezogen, die sich bereits intensiv mit dieser Problematik auseinandersetzen, wie Jugendschutzorganisationen, Bundeszentrale für politische Bildung, Zentren für demokratische Kultur in MV, Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz, um Synergien zu nutzen. Darüber hinaus soll eine Handreichung (Broschüre: gedruckt und online-Version) für Praktiker/innen aus Behörden und Verbänden zur Sensibilisierung für das Problemfeld produziert werden.

Die Tagung wird von der Evangelischen Akademie der Nordkirche in Kooperation mit der Universität Rostock und dem Bundesamt für Naturschutz auf der Insel Vilm veranstaltet.

Bei Interesse an einer Teilnahme schicken Sie bitte eine Email an Martina Finger (Tel.: 038301-86-112, Fax: 038301-86-117, Martina.Finger@bfn-vilm.de). Sie erhalten dann den Link für die Online-Anmeldung.

Weitere Informationen und das Programm finden Sie hier.