27.02.2001 | Umwelt-Experten fordern Korrekturen im neuen Bundesnaturschutzgesetz

Rat der Sachverständigen für Umweltfragen tagte bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück - Offizielle Stellungnahme in Kürze

Rat der Sachverständigen für Umweltfragen
Naturschutzthemen standen im Blickpunkt beim Besuch des Rates der Sachverständigen für Umweltfragen bei der DBU in Osnabrück (v.l.): Prof. Dr. Thomas Eikmann, Prof. Dr. Christina von Haaren, Prof. Dr. Gertrude Lübbe-Wolff, Lutz Eichler (stellv. Leiter der Geschäftsstelle des Rates), Prof. Dr. Konrad Ott, Prof. Dr. Martin Jänicke, Prof. Dr. Max Dohmann, Prof. Dr. Hubert Wiggering (Generalsekretär des Rates), Prof. Dr. Peter Michaelis, Fritz Brickwedde (Generalsekretär der DBU).
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Osnabrück. Der Entwurf einer Stellungnahme zum neuen Bundesnaturschutzgesetz stand im Mittelpunkt einer zweitägigen Sitzung, zu der der Rat der Sachverständigen für Umweltfragen kürzlich in der Geschäftsstelle der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, zusammenkam. Bereits einige Tage, bevor das Fachgremium aus Umweltexperten gegenüber der Bundesregierung Position bezog, machte es deutlich, dass es Korrekturen einzelner Unzulänglichkeiten dieses Gesetzesentwurfes fordern werde.

Zwar würdigte der Rat Verbesserungen für den Naturschutz im neuen Gesetzentwurf wie etwa die Einführung eines Biotopverbundes, die Weiterentwicklung der Landschaftsplanung, die Einführung einer ökologischen Umweltbeobachtung oder eine Konkretisierung der Definition der ordnungsgemäßen Landwirtschaft. Gleichwohl gebe es aber auch Verschlechterungen gegenüber dem derzeit gültigen Gesetz. Dies beziehe sich beispielsweise auf die Zurücknahme fachlicher Standards bei der Eingriffsregelung oder auf eine zu starke Berücksichtigung der Interessen des Sports zu Lasten anderer Funktionen des Landschaftshaushalts oder auch anderer Formen der Erholung.

Das siebenköpfige Gremium nutzte seine Sitzung in Osnabrück auch, um sich detailliert mit der Arbeit der größten Umweltstiftung Europas zu befassen. Sie besteht in diesen Tagen zehn Jahre und förderte in dieser Zeit 4.000 umweltentlastende, modellhafte und innovative Projekte aus Umwelttechnik, -forschung und -kommunikation mit einem Volumen von 1,7 Milliarden Mark. Zwar hatte die Stiftung bereits in der Vergangenheit rund ein Zehntel dieses Betrages in den Naturschutz gesteckt, doch soll der Naturschutz zukünftig einen noch größeren Stellenwert in der Förderung einnehmen.

Der Rat der Sachverständigen für Umweltfragen wurde 1971 eingerichtet und begutachtet periodisch die Umweltsituation in Deutschland und ihre Entwicklungstendenzen. Er will zur Erleichterung der Urteilsbildung bei allen umweltpolitisch verantwortlichen Instanzen und in der Öffentlichkeit beitragen. Er hat eine Frühwarnfunktion in wichtigen ökologischen Fragen, stellt den jeweiligen Zustand im Umweltschutz dar und bewertet Lösungen für Konflikt- und Problemlagen, wie sie in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutiert werden.