Osnabrück. "Mit dieser Förderung werden wir aktiv dazu beitragen, eines der stadtbildprägenden Gebäude in Ochtrup vor dem Verfall zu bewahren", betonte Josef Feldmann, Justiziar der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück. Weit über die Stadtgrenzen hinaus ist das 1893 von der Firma Laurenz erbaute ehemalige Verwaltungsgebäude der Textilfirma van Delden als Industriedenkmal bekannt. Erbaut vom niederländischen Architekturbüro Beltman aus Enschede, im vorvergangenen Jahrhundert einer der führenden Planer von Textilbauten, ist die Fassade des Gebäudes durch Umweltbelastungen in seiner Substanz gefährdet. "Die DBU hat sich daher entschlossen, die Schadensaufnahme und ein daraus zu entwickelndes Sanierungskonzept mit über 100.000 Mark zu fördern", sagte Feldmann. Man wolle damit einen Beitrag leisten, den nach Angaben des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege in Münster "Höhepunkt des Historismus" auch für zukünftige Generationen zu erhalten.
Jahrzehntelange Umweltbelastungen, z. B. über sauren Regen, hätten die Putzoberflächen des Gebäudes spröde werden lassen. In der Kontaktzone zwischen Mauerwerk und Putz sei es durch chemische Substanzen im Niederschlag zu Gipsablagerungen gekommen. Die Schauseite des in "Zuckerbäckerarchitektur" erbauten Gebäudes sei durch die Lage an einer vielbefahrenen Straße zusätzlich belastet worden. Hier sei der Putz bereits stellenweise abgeplatzt. "Besonders das Einsickern von Schadstoffen durch Niederschläge direkt in das Mauerwerk stellt ein Problem dar, das das Kernmauerwerk zunehmend belastet", erläuterte Feldmann.
Das innenstadtnah gelegene und stadtbildprägende Verwaltungsgebäude mit seinen Nebengebäuden soll nach der Sanierung durch die Stadt neu genutzt werden. Auf einer Tagung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz in Berlin habe man 1999 die Bedeutung der "hervorragenden repräsentativen Fassaden" herausgehoben und die Umnutzung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes als Rathaus der Stadt Ochtrup positiv bewertet. Eine weitere Nutzung durch die Firma van Delden wird in Zukunft in diesem Bereich nicht mehr erfolgen. "Mit der Schadenskartierung wird der erste praktische Schritt für den Erhalt dieses bedeutenden Denkmals getan", so Feldmann abschließend.