Mit naturbelassenen Holzhackschnitzeln, die DBU-Mitarbeiterin Antoinette Bismark präsentiert, wird in Melle-Buer ein ganzes Schulzentrum umweltbewusst mit Wärme versorgt.
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Behagliche Kaminatmosphäre und weniger Umweltbelastungen: Auch der Wodtke-Ofen ist während der Ausstellung in der DBU zu sehen. Stiftungsmitarbeiterin Antoinette Bismark öffnet gerade einen Sack mit Holzpellets, die zum Heizen genutzt werden.
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Anschaulich in der DBU-Geschäftsstelle präsentiert: Die Objektversorgung mit rationellem Energieeinsatz (OVE) aus Bad Rothenfelde versorgt das Schulzentrum in Melle-Buer komplett auf der Basis nachwachsender Energie. Rechts im Bild DBU-Mitarbeiterin Antoinette Bismark.
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Osnabrück. "Innovationen - Beispielhafte Projekte der Deutschen Bundesstiftung Umwelt" - so heißt eine Ausstellung, die vom 25. Juni bis 26. Oktober aus Anlass des zehnjährigen Bestehens Einblicke in die Arbeit der größten Umweltstiftung Europas vermitteln wird. Auf Schautafeln und "in natura" werden einige der insgesamt über 4.100 Projekte zu "begreifen" sein, die die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, mit über 1,7 Milliarden Mark gefördert hat. Die Ausstellung soll, so DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde, vor allem zeigen, wie kleine und mittlere Unternehmen mit innovativen Modellprojekten gerade im vorsorgenden Umweltschutz zu einer Entlastung beitragen und die Umwelt im Sinne einer ökologisch, ökonomisch und sozial verträglichen Entwicklung für folgende Generationen bewahren. Sie wird am 22. Juni um 15.30 Uhr in der DBU-Geschäftsstelle, An der Bornau 2, eröffnet und ist montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr zu sehen.
Ein Beispiel für die Stiftungsarbeit zur Nutzung regenerativer Energien und rationellen Energieversorgung sei, so Brickwedde, die Firma Wodtke aus Tübingen (Baden-Württemberg). Sie habe eine Holzfeuerung entwickelt, die die behagliche Kaminatmosphäre im Wohnraum bewahre, wenig Aufwand bei der Bedienung erfordere und die Schadstoffbelastungen dennoch deutlich verringere. Sie heize mit sogenannten Holzpellets, Plättchen, die aus Waldrestholz und unbehandelten Spänen hergestellt werden. Durch einen Wasserwärmetauscher könne der Ofen in das Heizungssystem des Hauses eingebunden werden und das gesamte Gebäude mit Wärme und Warmwasser versorgen. Eine Kombination mit einer Solaranlage sei möglich. Durch das neue Konzept könne die komplette Wärmeversorgung eines Hauses aus erneuerbaren Energien verwirklicht werden. Zwei solcher Öfen werden in der Stiftung zu sehen sein.
Modelle spezieller Solarkollektoren zeigt die Firma TiNOX aus München (Bayern). Sie produziere in einem neuen, computergestützten Vakuumbeschichtungsverfahren Absorber für Sonnenkollektoren zur Wärmegewinnung. Es laufe emissionsfrei ab, belaste nicht die Gewässer, benötige nur ein Zehntel der üblichen Energie und mache chemische Bäder überflüssig. Die Vakuumtechnologie biete den Vorteil, die Kollektoren universeller einsetzen zu können als bisher: für Hochleistungskollektoren und Prozesswärme, zur Wasserreinigung oder solaren Kühlung.
Und wen angesichts der bevorstehenden Ferienzeit das Reisefieber packe, der könne sich über die Blumeninsel Mainau in Baden-Württemberg informieren, die durch die Hilfe der DBU vor einer neuen ökologischen Blüte stehe. Die Blumeninsel Mainau GmbH wolle durch den Aufbau einer ganzheitlich energie- und umweltschonenden Energieversorgung den Primärenergieverbrauch aus fossilen Brennstoffen von derzeit 15,3 Millionen Kilowattstunden im Jahr um 60 Prozent auf rund sechs Millionen verringern.
Produktmuster, Modelle, Tafeln, Reliefs, Videos und Publikationen - groß sei die Bandbreite von Projektpräsentationen, mit denen sich weitere Projektpartner aus Umwelttechnik, Umweltforschung und Naturschutz sowie Umweltkommunikation in Osnabrück vorstellten. Sei es die Lärmminderung durch Antischall der Firma Wendt aus Frankenthal (Rheinland-Pfalz), die Tageslichtlenkung durch gestufte Lamellen der Firma Köster aus Frankfurt (Hessen), der Einsatz lösemittelfreier Anstriche auf pflanzlicher Basis durch die Firma Auro in Braunschweig (Niedersachsen) oder seien es verschiedene Umweltbildungsprojekte mit Schülern, Sportlern oder Kommunen.
Diese und weitere Beispiele sind auch in einer titel- und zeitgleich erschienenen Broschüre nachzulesen, die kostenlos bei der Stiftung (An der Bornau 2, 49090 Osnabrück, Tel.: 0541/9633-0, Fax: 0541/9633-190, E-Mail: info@dbu.de) angefordert werden kann.
Die Ausstellung in Osnabrück bilde, so Brickwedde, den Abschluss der Feierlichkeiten aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der DBU. Bei einem Festakt in Berlin Ende Mai hatten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Umwelt die Arbeit der Stiftung gewürdigt. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte das Konzept der DBU als "gelebte Nachhaltigkeit" bezeichnet und betont, sie werde ihren Beitrag zu diesem wichtigen Thema auch zukünftig leisten. Und Bundespräsident Johannes Rau hatte der DBU in einem Glückwunschbrief attestiert, sie sei zu einem in Fachkreisen begehrten Ratgeber und Partner geworden und gehöre "zu den jungen Stiftungen und gewiss zu den ganz besonders erfolgreichen".