26.08.2001 | Die Träger des Naturschutzpreises "Goldene Natur" 2001

Hörzu und ZDF zeichnen ehrenamtliche Initiativen aus - Deutsche Bundesstiftung Umwelt unterstützt mit 270.000 Mark

Die Preisträger im Überblick:

Franz Debatin für die Ortsgruppe Hambrücken des Naturschutzbundes (NABU)

Thema: Feuchtwiesenschutz

· Im nördlichen Landkreis Karlsruhe, der durch intensive landwirtschaftliche Nutzung geprägt ist, gelang es Franz Debatin zusammen mit der von ihm gegründeten NABU-Ortsgruppe Hambrücken, großflächig den Schutz von Feuchtwiesen zu etablieren. In Gebieten, die einem hohen landwirtschaftlichen Interesse unterliegen, ist es besonders schwierig, an zusammenhängende Flächen für derartige Naturschutzprojekte zu gelangen, um sie für Extensivierungsmaßnahmen zu nutzen. Daher steht hinter dem Erfolg dieses Feuchtwiesenprojekts ein hohes Maß an Engagement und Durchsetzungsvermögen. · Der Verkauf einer symbolischen "Saalbachwiesenaktie" trug zur Finanzierung und zur Werbung für dieses Projektes bei. · Das Saalbachwiesenprojekt ist beispielhaft für die Region Karlsruhe und hat Modellcharakter.

Klaus Götze für den NABU-Kreisverband Saale-Holzland-Kreis e. V.

Thema: Naturschutz auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz

· Die Gruppe um Klaus Götze hat in beispielhafter Weise die Pflegepatenschaft für über 530 Hektar Trockenrasen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz übernommen. Trockenrasen sind wichtige Lebensräume für viele seltene Pflanzen- und Tierarten. Die Hauptaufgabe stellt das arbeitsintensive Offenhalten des Gebietes durch Entfernung von Büschen, Mahd und Beweidung dar. · Das konsequente Flächenmanagement des Vereins hat sich sehr positiv auf die Entwicklung der für das Gebiet typischen Lebensgemeinschaften ausgewirkt. · Dieses Projekt ist ein gelungenes Beispiel für die Überführung ehemaliger militärischer Übungsgebiete in eine Landnutzung unter Naturschutzaspekten.

Salome und Andreas Winkler

Thema: Renaturierung einer vielfältigen Feldflur und naturverträgliche Landwirtschaft


· Das Ehepaar Winkler hat durch seinen Einsatz in hohem Maße durch das Einbringen von Strukturelementen wie Hecken, Kleingewässern und Ackerwildkrautstreifen zur Renaturierung weiträumig ausgeräumter Agrarlandschaft im Limbacher Land beigetragen. Eine Fülle von Maßnahmen hat zur Wiederherstellung ökologischer Vielfalt geführt. Ökologie und Landwirtschaft werden in einzigartiger Weise zusammengeführt. Das Naturschutzengagement der Familie Winkler hat zur erfolgreichen Wiederbelebung einer agrarisch genutzten Kulturlandschaft in besonderer Weise beigetragen.

Rudolf Kolerus

Thema: Talauenprojekt auf Basis von Naturschutz, sanftem Tourismus, Landwirtschaft und Hochwasserschutz


· Vor dem Hintergrund der steten Gefahr durch Hochwasser setzt sich Rudolf Kolerus für die Renaturierung von Talauen ein. Sein besondere Verdienst liegt in der beispielhaften Zusammenführung unterschiedlicher und z. T. konkurrierender Interessen. Sie bildete die Grundlage für Maßnahmen der Gewässerrenaturierung, für die Entwicklung von umweltfreundlichem Tourismus und für die Praktizierung umweltschonendender Landnutzungsformen im Nahbereich der Gewässer. · Durch sein weitsichtiges Handeln konnte der Preisträger damit im südlichen Steigerwald zu landschaftserhaltenden Maßnahmen und zur Förderung des sanften Tourismus beitragen.

Hildegard und Klaus Buchin

Thema: Erhaltung des Biotopverbundes auf dem Gebiet der ehemaligen innerdeutschen Grenze


· Das Gebiet der ehemaligen innerdeutschen Grenze stellt das längste Biotopverbundsystem im Mitteleuropa dar. Ein Band naturnaher Lebensräume zieht sich auf einer Länge von 1.380 Kilometern und einer Fläche von etwa 10.000 Quadratkilometern von der Ostsee bis zum Vogtland. Um die Bedeutung dieses Lebensraumes hervorzuheben, haben Hildegard und Klaus Buchin ein sehr einprägsames Logo in Form eines grünen "L" als Symbol für den ehemaligen Grenzverlauf und den sehr treffenden Namen "Lebensstreifen" für ein derartiges bundeslandübergreifendes Projekt entwickelt und verbreitet. · Als verbindendes Element hat das Ehepaar Buchin Möglichkeiten der Radwanderung in einem anschaulichen Buch zusammengeführt. · Die Auszeichnung des Ehepaares Buchin erfolgt auch stellvertretend für eine große Anzahl anderer Personen und Vereinigungen, die an der Erhaltung dieses "Lebensstreifens" beteiligt sind.

Klaus Zeibig

Thema: Würdigung eines Lebenswerkes im Rahmen des Naturschutzes


· Klaus Zeibig setzt sich in eindrucksvoller Weise seit über einem halben Jahrhundert für den Erhalt und die Förderung der Natur ein. Dieses Lebenswerk ist vorbildlich. · Trotz Androhung politischer und gesellschaftlicher Repressalien engagierte er sich schon zu DDR-Zeiten für den Erhalt des "Wachtelberges", eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands. · Durch eine enorme Anzahl von Führungen, Vorträgen etc. leistet Klaus Zeibig einen vorbildlichen Beitrag für die Umweltkommunikation.

Christoph Schneider

Thema: Schüler bietet Umwelt- und Naturschutzservice im Internet an


· Bereits mit 13 Jahren hat Christoph Schneider sein Umweltschutz-Netzwerk ins Leben gerufen. Er gibt Internet-Nutzern die Möglichkeit, sich über Neuigkeiten im Bereich des Natur- und Umweltschutzes zu informieren. Zu diesem Zweck hat er eine leicht verständliche Internetplattform geschaffen. Sein besonderes Interesse gilt Kindern und Jugendlichen, die er zum Nachdenken und Handeln anregen will. Er aktiviert Gleichaltrige zum aktiven Umweltschutz. · Ein Ziel des Naturschutzwettbewerbes "Goldene Natur" ist es, Kinder- und Jugendengagement im Bereich des Naturschutzes zu initiieren und zu fördern. Die Wahl von Christoph Schneider hat für Jugendliche Beispielcharakter. Von der Synthese zwischen dem neuen Kommunikationsmedium "Internet" und Bereitstellung von Naturschutzinformationen geht eine hohe multiplikatorische Wirkung aus. Computerzeitschriften bezeichnen seine Homepages als "beispielhaft und zur Nachahmung empfohlen".