Gottorf / Osnabrück. Umweltbelastungen und die Nutzung als Militärgelände haben ihm über Jahrzehnte schwer zugesetzt. Die
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, möchte das national wertvolle Gartenkunstwerk jetzt vor dem endgültigen Verfall retten: Mit 1,4 Millionen Mark unterstützt sie die Renaturierung des
Neuwerk-Gartens als Teil der Gottorfer Parkanlagen (Schleswig-Holstein), dem mit seinem ehemals außerordentlichen Reichtum an Zier- und Wildpflanzen europäische Bedeutung zukomme, wie DBU-Generalsekretär Fritz
Brickwedde am 31. Oktober bei der Übergabe des Bewilligungsschreibens in Gottorf betonte: "Umso wichtiger ist das Engagement der
Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, die die Gartenlandschaft als Teil der Fördelandschaft mit ihren spezifischen, natürlichen Eigenschaften für nachfolgende Generationen wieder herstellen will." Da derzeit kein vergleichbares gartendenkmalpflegerisches Vorhaben in Deutschland bekannt sei, habe das Projekt Modellcharakter.
Vor allem die Nutzung als militärisches Gelände im 19. Jahrhundert, aber auch Umweltschäden der jüngeren Vergangenheit wie Flächenversiegelung und die Ablage von Altlasten im Gartengelände hätten der Landschaft sichtlich Schäden zugefügt. "Hinzu kam eine jahrelange Nicht-Nutzung und Vernachlässigung der Pflege, der ein solcher Garten in jedem Fall bedarf", sagte Brickwedde. All diese Faktoren hätten dazu geführt, dass sowohl der Denkmal- als auch der Naturschutz in ihren Schutzanliegen stark ins Hintertreffen geraten seien.
Bei der Erhaltung der Gartenlandschaft würden Anliegen des Naturschutzes gleichberechtigt mit denen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden. Ein hochrangiger Beirat, dem Experten beider Fachgebiete angehörten, überwache dabei die Qualität der angedachten Maßnahmen. Von den ehemals drei seit dem 16. Jahrhundert angelegten, prachtvollen Gartenanlagen um Schloss Gottorf sei bei dem Mitte des 17. Jahrhunderts nach italienischen Vorlagen entstandenen Neuwerk-Garten die ursprüngliche Pracht verflogen. "Diesen Verfallsprozess gilt es so schnell wie möglich aufzuheben", forderte Brickwedde. Die Terrassenanlage des Gartens habe immer als die prächtigste Gartenanlage Norddeutschlands gegolten und "Modell gestanden" für bekannte Terrassengärten in Skandinavien. Diesem Anspruch solle die Anlage in nicht allzu ferner Zukunft wieder genügen.
Hinweis an die Redaktionen: Einen zusätzlichen Fach-Pressetext finden Sie bei Bedarf auf der Homepage von Schloss Gottorf unter
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