04.03.2002 | Umweltschutz als nachhaltiger Gipfelstürmer in den Alpen

Kuratoriumsmitglied der DBU überreichte Bewilligungen zur Förderung von umweltgerechten Berghütten in Höhe von 136.000 Euro

Benediktbeuern 1. März (02)
Kooperation für eine intakte Umwelt der Alpen: Wolfgang Gröbl, Mitglied des DBU-Kuratoriums und Dr. Stefan Herb, Landesamt für Wasserwirtschaft in München (v. l.).
Download
Benediktbeuern. Zwei Sektionen des Deutschen Alpenvereins (DAV) können sich seit Samstag darauf freuen, mit ihren Berghütten zu ökologischen Gipfelstürmern zu werden. Für insgesamt drei Projekte erhielten sie im Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern auf dem zweiten Internationalen Fachseminar "Umweltgerechte Ver- und Entsorgungskonzepte für Berg- und Schutzhütten" ihre Bewilligungen im Rahmen des gleichnamigen Programms der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück. Fördersumme insgesamt: 136.000 Euro. Die Sektion Berlin widmet sich dem Bau einer Abwasserreinigungsanlage und einer Kleinwasserkraftanlage zur Energiebereitstellung am Beispiel der Olperer Hütte in den Zillertaler Alpen in Tirol (Österreich) (Fördersumme 108.000 Euro). Die Universität der Bundeswehr München, Bereich Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik, will sich gemeinsam mit dem Deutschen Alpenverein und der Universität Innsbruck mit den Möglichkeiten der Klärschlammentsorgung alpiner Hütten beschäftigen (20.300 Euro). In einem weiteren Projekt der Sektion München geht es um Planungsleistungen für Ver- und Entsorgungssysteme des Watzmannhauses im Nationalpark Berchtesgaden (7.700 Euro).

Innovationen für die Umwelt für den Lebensschutzraum Alpen lebenswichtig

Wolfgang Gröbl, Mitglied des Kuratoriums der DBU und parlamentarischer Staatssekretär a. D., der die Bewilligungsschreiben an die Vertreter der Sektionen übergab, betonte den Vorbildcharakter solcher Initiativen. "Die innovativen Ideen der einzelnen Sektionen des Deutschen Alpenvereins haben uns überzeugt", sagte Gröbl. Für drei Hütten würden zukünftig umweltgerechte Ver- und Entsorgungssysteme installiert, die modellhaft für andere Schutz- und Berghütten seien. Dabei arbeite der Alpenverein über deutsche Grenzen hinaus - ein wichtiger Aspekt, gelte es doch, die Umweltstandards von Berghütten international durchzusetzen. "Zurzeit gibt es keine standardisierten Konzepte für die umweltverträgliche Versorgung der Hütten mit Energie und Trinkwasser sowie für die Entsorgung von Abwasser und Abfall", betonte Gröbl. Das bis Ende 2005 laufende Programm solle daher einen Anreiz liefern, sich noch rechtzeitig an die Bedürfnisse der Natur anzupassen.

130 Experten berieten über den Konflikt zwischen Umweltschutz und Tourismus

Die am Freitag von Prof. Dr. Wolfgang Engelhardt, dem stellvertretenden Kuratoriumsvorsitzender der DBU und Ehrenpräsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), eröffnete Veranstaltung hatte Experten und interessierte Vertreter verschiedener DAV-Sektionen, des Vereins NaturFreunde Deutschland und weiterer deutscher und österreichischer Interessensvereinigungen zusammengeführt. Die DBU hatte zu der Veranstaltung auch Hüttenwirte eingeladen, die von ihren bereits erfolgreich umgesetzten, umweltorientierten Verbesserungen an ihren Alpenhütten berichteten.

Details zur Förderung auf www.dbu.de

Bis zu 16 Alpenhütten, die mit umweltgerechten Ver- und Entsorgungskonzepten zur Verbesserung der Umweltsituation im deutschen und grenznahen Alpenbereich beitrügen, könnten in den Genuss dieser Förderung gelangen. Die vollständigen Ausschreibungsunterlagen stehen auf der Homepage der DBU (www.dbu.de) unter "Förderung" zum Abruf zur Verfügung.