Freude bei der Übergabe des DBU-Bewilligungsschreibens (v.l.): DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde, Museumsleiterin Heidrun Derks, Christian Jaletzke, Geschäftsführer der Varusschlacht im Osnabrücker Land-Museum und Park Kalkriese gGmbH.
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Das neue Museum in Kalkriese wird auch die Umwelt und ihre Veränderung durch den Menschen zeigen.
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Osnabrück. Pflanzen wie vor 2000 Jahren, viele kleine Bäche und eine wiederhergestellte, feuchte Niederung: Das neue Museum in Kalkriese, das seine Tore am 21. April für Besucher öffnen wird, wird auch die Umwelt und ihre Veränderung durch den Menschen zeigen. Die Dauerausstellung, die die Varusschlacht in all ihren Facetten und Folgen darstellt, erzählt die Geschichte wie einen Krimi. Der Besucher "hat einen Fall zu lösen", wie Christian Jaletzke, Geschäftsführer der Varusschlacht im Osnabrücker Land-Museum und Park Kalkriese gGmbH, erläuterte. Dabei bezieht das Konzept auch die spezielle Umwelt- und Landschaftssituation in ihrer Entwicklung vom Zeitpunkt der Schlacht bis heute ein. "Die Umwelt war ein wesentlicher, schlachtentscheidender Faktor, ohne dessen Berücksichtigung Art, Hergang und tragische Konsequenz der Kampfhandlungen nicht nachvollziehbar wären", betonte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der Jaletzke heute das Bewilligungsschreiben für den Themenbereich "Landschaft und Umwelt" als Teil der Ausstellung übergab. Die DBU fördert diesen mit 100.000 Euro.
Historischen Prozess begreifbar machen
Die Ausstellung solle es möglich machen, in der heutigen Landschaft die Spuren der Vergangenheit zu entdecken. Schließlich sei es der Mensch, der das Gesicht einer Landschaft mit seinem Handeln dauerhaft präge. "Die Situation in Kalkriese, aber auch überall sonst ist Ergebnis eines historischen Prozesses - den wollen wir in unserem Museum nachvollziehbar und begreifbar machen", sagte Jaletzke. So habe man die Landschaftsverhältnisse vor 2.000 Jahren rekonstruiert und werde sie im Park des Museums exakt nachbilden. Im Gegenüber mit dem heutigen Landschaftsbild werde die Veränderung durch den Menschen deutlich. Nur noch in wenigen Landschaften lasse sich die ursprüngliche Situation nachvollziehen. Das Eingreifen des Menschen bedeute in vielerlei Hinsicht Verlust: So sei mancherorts die Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen stark zurückgegangen. Die Folgen menschlichen Handelns gelte es daher auch im Museum zu verdeutlichen.
Verbindung von Kultur und Natur
"Vor allem die Verbindung von Kultur und Natur, die in der Ausstellung sehr gelungen ist, hat die DBU veranlasst, diesen Teil der Ausstellung zu unterstützen", erläuterte Brickwedde. Den Verantwortlichen sei es gelungen, die viel zu häufig getrennt erscheinenden Kategorien, die zumeist an unterschiedlichen Orten wie Kulturgeschichts- und Naturkundemuseen aufbereitet würden, zu einer Einheit zu verzahnen. Das Thema Varusschlacht habe sich dabei für die Darstellung der Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt geeignet, da hier die Wirkung des Menschen auf naturräumliche Begebenheiten sehr deutlich werde. Die Konsequenzen menschlichen Handelns für die natürliche Ressource Landschaft würden hier transparent.
Einsatz moderner Medien
"Damit schärft sich nicht nur der Blick der Besucher für die unterschiedlichen Landschaftsformen und ihre Ursachen, Landschaft wird auch als dynamischer Raum begriffen, der Veränderungen unterliegt", sagte Brickwedde. Dabei spiele das entdeckerische Moment in der gesamten Ausstellung eine tragende Rolle. Der Einsatz moderner Medien ermögliche es den Besuchern, die Varusschlacht für sich zu erkunden. Dieser ungewöhnliche und für Kulturgeschichtsmuseen eher untypische Zugang fördere die Akzeptanz in einer gewollt breiten Zielgruppe.