26.03.2002 | "Gute Beispiele können als Leuchttürme Wissen um die ökologischen Alternativen verbreiten"

Deutsche Bundesstiftung Umwelt will mit ihrem Wettbewerb für Berg- und Schutzhütten Pilot- und Demonstrations-Systeme fördern

Osnabrück. "Wenn Bayerns Umweltminister Dr. Werner Schnappauf zum Jahr der Berge darauf verwiesen hat, dass sie aufgrund ihrer Topografie, ihrer Multifunktionalität und ihrer ökologischen Sensibilität ein ausgesprochen komplexes und störungsanfälliges Ökosystem sind und mahnt, unsere Anstrengungen für den Schutz der Berge zu intensivieren, dann wollen wir unseren Beitrag dazu gern leisten." - Mit diesen Worten nimmt Franz-Georg Elpers, Pressesprecher der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Stellung zu einer Diskussion, die sich um die Umweltverhältnisse in den Berg- und Schutzhütten in den Alpen entwickelt hat. Mit drei Millionen Euro will die DBU bis Ende 2003 ausgewählte Hütten bei der Planung und Umsetzung besonders pfiffiger Ver- und Entsorgungskonzepte finanziell unterstützen. Nach einem - so Elpers - "missinterpretierten Interview" mit einem DBU-Mitarbeiter hatte sich heute der Deutsche Alpenverein (DAV) gegen angebliche Kritik der DBU verteidigt.

Ganzheitliche Konzepte eher die Ausnahme

Elpers stellt heraus, der DBU sei sehr wohl bekannt, dass der DAV, aber auch andere Hüttenbetreiber in der Vergangenheit zahlreiche Anstrengungen unternommen hätten, den Konflikt zwischen wachsendem Tourismus und dem Schutz der Natur zu entschärfen. Natürlich gebe es Hütten, die Energie aus Wasserkraft- oder Solaranlagen gewännen oder mit einer vorbildlichen Abfall- und Abwasserentsorgung. Ganzheitliche Konzepte für die umweltverträgliche Versorgung der Hütten mit Energie und Trinkwasser sowie für die Entsorgung von Abwasser und Abfall, also für eine umfassende Betrachtung möglicher Umweltprobleme, seien aber eher die Ausnahme.

DBU-Studie zum Rapsöleinsatz in Blockheizkraftwerken

Nicht von ungefähr sei erst jetzt im Rahmen des DBU-Wettbewerbs ein Leitfaden zur Erarbeitung von unweltgerechten Energiekonzepten entstanden, der Hüttenbetreiber und vor allen Dingen auch Planer bei der Ausarbeitung ganzheitlicher und ökologischer Konzepte unterstützen solle. Und erst durch eine DBU-Studie seien Erfahrungen mit dem Einsatz von Rapsöl für den Betrieb von Blockheizkraftwerken zusammen gefasst und ausgewertet worden. Dadurch stiegen die Chancen, mit Dieselkraftstoff betriebene Aggregate zu ersetzen, die ein hohes Umweltgefährdungspotenzial in sich bergen würden, weil beim Transport mit Fahrzeugen, Seilbahnen oder Hubschraubern zu den Hütten das Risiko von Unfällen sehr hoch sei. Schließlich hätten im Rahmen des Wettbewerbs zwei Fachtagungen mit hohen Besucherzahlen und auch Teilnehmern aus Österreich und der Schweiz zu einer weiteren Sensibilisierung beigetragen.

Standortgerechte, innovative Verfahren als Ziel

Die DBU wolle mit ihrem Engagement zu einer umweltgerechten Verringerung des Energieverbrauchs und einer vorbildlichen Umweltentlastung durch standortgerechte, innovative Verfahren beitragen. Wie in ihrer gesamten Förderphilosophie gehe es ihr darum, den Stand des Wissens und der Technik im Interesse des Schutzes von Umwelt und Natur kontinuierlich fort zu entwickeln. Die Planung müsse methodisch und technisch auf vergleichbare Alpenraumstandorte übertragbar sein. Auch die Besucher der Hütten sollten angemessen zu umweltschonendem Verhalten angeregt werden.

Gemeinsam mit DAV Förderinitiative ergriffen

Internationale Zusammenarbeit in den Bereichen Planung, Umsetzung und technisch-wissenschaftliche Begleitung seien ausdrücklich erwünscht. Elpers: "Gute Beispiele können als Leuchttürme dazu dienen, bestehende Konzepte zu optimieren, das Wissen um die ökologischen Alternativen zu verbreiten - und das sowohl bei den zahlreichen DAV-Sektionen als auch bei den verantwortlichen Planern. Gemeinsam mit dem DAV und anderen haben wir die Förderinitiative ergriffen, um den einzelnen schon existierenden, herausragenden umwelttechnischen Lösungen weitere folgen zu lassen, die zur Nachahmung und zur Verbreitung des Wissens beitragen sollen."