19.04.2002 | Wettbewerb für Osnabrücker Kinder soll Umweltbewusstsein im Alltag fördern

"Mit der Natur durchs Jahr": Nachwuchs für Veränderungen der Natur sensibilisieren: DBU-Generalsekretär übergab Bewilligung über 124.000 Euro

Osnabrück. "In den Kindern liegt die Zukunft des Umweltschutzes, daher ist es uns ein Anliegen, Projekte zu unterstützen, die die Jugend für die Belange ihrer Umwelt gewinnen. Mit diesen Worten übergab Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) am heutigen Freitag das Bewilligungsschreiben für den Umweltwettbewerb "Mit der Natur durchs Jahr" im technisch-ökologischen Lernstandort "Nackte Mühle" des Vereins für Jugendhilfe an Geschäftsführerin Urthe Böhnert. Der Wettbewerb wolle Kinder unterstützen, die Veränderung der Natur im Verlauf der Jahreszeiten eigenständig und kreativ in verschiedenen Projekten zu erfahren. "Jede Gruppe kann einen eigenen Zugang zum Thema Natur finden. Wir wollen nicht mit festen Vorgaben arbeiten, sondern der Fantasie Raum lassen", erläuterte Böhnert die Idee des Wettbewerbes. Prof. Dr. Herbert Zucchi von der Fachhochschule Osnabrück, Fachbereich Landschaftsarchitektur, begleite den Wettbewerb auf der fachlichen Ebene. Die DBU fördert mit 124.000 Euro.

Stadt-Kindern die Natur wieder näher bringen

Bereits Ende 1999 arbeiteten der Verein für Jugendhilfe und die DBU zusammen: Der Aufbau des technisch-ökologischen Lernstandorts "Nackte Mühle" im Osnabrücker Stadtteil Haste wurde von der Stiftung mit 77.000 Euro gefördert. "In einer Stadt wie Osnabrück ist es wichtig, Kindern Möglichkeiten zu bieten, Natur außerhalb von städtisch geprägtem Raum zu erleben", sagte Brickwedde. Mit der "Nackten Mühle" habe der Verein einen solchen Raum geschaffen, der neben den alltäglichen Bilderfluten reale Welten vermittele, die vor allem Stadt-Kinder kaum noch bewusst wahrnähmen.

Das Unsichtbare sichtbar machen

Gerade unscheinbare Veränderungen und Entwicklungen in der Umwelt gingen in einem Lebensumfeld, in dem sich Natur nur noch in von Menschen "bereinigter" Weise zeige, unter. Projektleiterin Björg Dewert: "Gerade an dieser Stelle setzt unser Wettbewerb an. Die Auseinandersetzung mit der Natur soll schließlich auch in der unmittelbaren Umwelt der Kinder wieder zum Alltag werden." Das Desinteresse, das manches Kind seiner Umwelt entgegenbringe, solle durchbrochen und in positives Beobachten umgewandelt werden.

Wettbewerb in der Natur für die Natur

Dabei unterscheide sich der Wettbewerb von anderen, in dem er die Kinder nicht nur in die Natur führe, sondern sie auch über einen längeren Zeitraum begleite. Auf diese Weise sei es den Kindern möglich, die Natur in ihren verschiedenen Wachstumsphasen zu beobachten und das aktive Erleben kreativ umzusetzen. "Das Zusammenleben von Tieren und Pflanzen stellt für viele Kinder ein Erlebnis dar. Wenn dieses über eine längere Zeit in den Lebensalltag integriert wird, kann es nachhaltig wirken und Verhalten positiv beeinflussen", sagte Brickwedde. Um möglichst große Effekte im Lernverhalten der Kinder zu erreichen, beziehe der Verein für Jugendhilfe schon vor dem eigentlichen Beginn des Wettbewerbs Erzieher und Lehrer mit ein. Mithilfe von Fortbildungsveranstaltungen werde man ein Konzept für jahreszeitliche Naturerkundungen entwickeln und eine Fortbildungsmappe zusammenstellen, die Spiele und Übungen zur Wahrnehmungsschulung und Natursensibilisierung und weitere Informationen für Naturerlebnisprojekte enthalte.

Naturerlebnisreisen als Gewinn

In die Wettbewerbsphase wolle der Verein bis zu 80 Kindergarten- und Kindergruppen sowie Schulklassen bis Jahrgangsstufe sechs einbeziehen. Neben dem "Erlebnis Natur" stellten sicher auch die Prämien, die bei dem Wettbewerb in drei Altersgruppen ausgeschrieben werden, einen Anreiz dar: Als ersten Preis gebe es in jeder Gruppe einen mehrtägigen Naturausflug im Wert von 1.000 Euro zu gewinnen, der zweite Preis sei eine ganztägige Fahrt zu einem Osnabrücker Lernstandort im Wert von 250 Euro. Platz drei bis zehn würden mit umweltpädagogischen Lernmaterialien belohnt.