02.05.2002 | Domschule Vorreiter eines effizienten Energiecontrollings für Bistum Osnabrück

DBU-Generalsekretär Brickwedde übergab Bewilligungsschreiben für Modernisierung der Wärmeversorgung - Fördersumme 92.000 Euro

Osnabrück. Zukünftig soll eine bis zu 140 Quadratmeter große thermische Solaranlage die Warmwasserversorgung der Domschule in Osnabrück unterstützen und bis zu 80 Prozent Energie bei der Warmwasserbereitung einsparen. "Das Wärme- und Energieversorgungssystem der Schule soll auf den neuesten und damit umweltschonenden Stand der Technik gebracht werden", sagte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), am 2. Mai bei der Übergabe des Bewilligungsschreibens über 92.000 Euro an Generalvikar Theo Paul. Das Modellprojekt sei ein erster Schritt des Bistums Osnabrück auf dem Weg zu einem Energiecontrolling für alle weiteren Gebäude. Brickwedde betonte die Bedeutung des Multiplikatoreffektes, den dieses Vorhaben besitze. Durch die Einbindung alternativer Energieformen in den Schulalltag übertrage sich diese Idee in die Umwelt der Schüler.

Solarthermie und Photovoltaik

Neben der solarthermischen Anlage sei noch eine kleinere Photovoltaikanlage geplant, die den erzeugten Strom in das Netz einspeise. Während der Bauphase der beiden Solaranlagen könnten Schülerpraktika in Zusammenarbeit mit den ausführenden Firmen geplant werden. Vor Ort mache eine Anzeigetafel auf die aktuellen und die bereits erwirtschafteten Erträge der Anlagen aufmerksam.

Luft der Turnhalle Wärme entziehen

Ergänzt werden könne die Leistung der thermischen Solaranlage durch eine Wärmepumpe, die der Luft der Turnhalle Wärme entziehe und diese für die Warmwasserversorgung nutzbar mache. Auf diese Weise könnten die sommerlichen Raumtemperaturen in der Halle gesenkt werden. Das Bistum wolle zudem eine Modernisierung der zwei Kesselzentralen, die bislang die Energieversorgung sichern, vorantreiben, um ein umfassendes Sanierungskonzept zu verwirklichen. Mit der Einrichtung eines sogenannten "offenen" Gebäudemanagementsystems, das lokal vorhandene Datennetze und das Internet zur Vernetzung nutze, sollten Informationen dargestellt und zu Schulungszwecken und innerhalb des Bistums verwendet werden.

Handwerkerschulungen und Fortbildungen

Es sei geplant, Schulunterricht, Handwerkerschulungen sowie Fortbildungen technischer Mitarbeiter auf diese Weise anhand konkreter Daten des Energiesystems durchzuführen. "Mit diesem System wird es möglich, die konkrete Anlagentechnik vor Ort in ein Datennetz einzuspeisen, das es zu jeder Zeit erlaubt, die Leistung der Anlagen abzufragen", erläuterte Brickwedde in Anwesenheit von Dr. Winfried Verburg, Leiter der Abteilung Schulen und Hochschulen des Bistums, Claudia Sturm, Leiterin der Orientierungsstufe Dom, Ludger Jansen, Schulleiter der Domschule, sowie Alois Behre, Leiter des Schulverwaltungsreferates. In einem nächsten Schritt solle dann nach der wärmetechnischen Sanierung auch der Stromverbrauch durch energieoptimierte Beleuchtung gesenkt werden.