31.05.2002 | Nationalpark Bayerischer Wald als authentischer Lernstandort für Stadtkinder

Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) eröffnet Jugendcamp Aldo Leopold - Fördersumme 958.000 Euro

Zwieslerwaldhaus. Durch das Erleben von ursprünglicher Wildnis Jugendlichen die Natur wieder näher bringen - dieses Ziel verfolgt das Camp Aldo Leopold im Bayerischen Wald, das am 30. Mai von Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, eröffnet wurde. Die DBU hatte das Gemeinschaftsprojekt zwischen der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald und dem tschechischen Nationalpark Sumava mit 958.000 Euro gefördert. Im ältesten Nationalpark Deutschlands sollen vor allem Stadtkinder die Umwelt in ihrer natürlichen Form erfahren. "Das Charakteristikum des Bayerischen Waldes, die in Mitteleuropa einmalige Waldwildnis, bietet optimale Voraussetzungen, in einer vom Menschen unberührte Pflanzenwelt zu leben", erläuterte Franz-Georg Elpers, Pressesprecher der DBU.

Damit sei das Camp als Lernstandort authentischer als jedes Bücherwissen. Unterschiedliche Themenhütten, die zugleich die Übernachtungsstätten seien, machten das einfache Leben inmitten wilder Natur möglich. So gebe es keinen elektrischen Strom und keine Heizung. Eine Felsenhöhle, ein unterirdisches Erdhaus, ein Stelzenhaus im Sumpf, ein Baumhaus in Form eines Vogelnestes - die Formen der Hütten kennen keine Grenzen. Das Entstehen und Wachsen des Lebens in der Natur werde durch dieses Konzept unmittelbar. "Doch auch an Schlechtwetter-Phasen ist gedacht: Ein Zentralgebäude dient hier als Ausweichmöglichkeit und Schulungsraum", sagte Elpers. Dabei habe man bei allen Hütten und Gebäuden Wert darauf gelegt, dass ausschließlich heimische Materialien verwendet wurden. Weiter gehöre zu dem Jugendcamp ein Zeltplatz, der 60 Personen Raum biete. Jährlich rechne man mit 3.300 Teilnehmern. Dabei wolle man auch deutsch-tschechische Jugendlager organisieren, um die grenzüberschreitende Begegnung zu fördern.