Ostritz. Als einen "Ritterschlag für Ostritz und die Förderarbeit der Stiftung" wertete Franz-Georg
Elpers, Pressesprecher der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, den Besuch von Deutschlands Staatsoberhaupt Johannes
Rau am 6. Juni in der energieökologischen Modellstadt Ostritz-St. Marienthal im Rahmen der
"Woche der Umwelt". Mit rund 11,3 Millionen Euro hat die größte Umweltstiftung Europas seit Aufnahme ihrer Förderarbeit am 1. März 1991 das herausragende Gesamtkonzept der sächsischen 5.000-Seelen-Gemeinde im Rahmen zahlreicher Einzelprojekte gefördert. Der Bundespräsident nahm es gemeinsam mit DBU-Generalsekretär Fritz
Brickwedde in Augenschein.
Versorgung der gesamten Stadt mit erneuerbaren Energien
Anlässlich des Besuchs von Rau erinnerte Elpers daran, dass in der ehemaligen DDR die Städte des "schwarzen Dreiecks" im Grenzgebiet Deutschlands, Polens, und Tschechiens durch die veraltete Energieversorgung mit Braunkohle besonders belastet gewesen seien. Ostritz habe direkt nach der Wiedervereinigung Deutschlands die energieökologische Wende eingeleitet. Das Konzept umfasse neben der Versorgung der gesamten Stadt mit erneuerbaren Energien ein Nahwärmenetz und eine Bildungsstätte im Gebäude des Zisterzienserinnenklosters St. Marienthal. Durch dieses
Internationale Begegnungszentrum werde insbesondere auch die umweltbezogene, grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den Nachbarländern unterstützt.
"Internationale Sommerakademie" vom 23. bis 28. Juni
Die Stiftung selbst nutze gern die hervorragenden Möglichkeiten dieses Bildungszentrum. So werde sich in diesem Jahr die inzwischen achte
"Internationale Sommerakademie" in Ostritz vom 23. bis 28. Juni mit dem interessanten Thema
"Biotechnologie - Innovationsmotor einer nachhaltigen Entwicklung" befassen. Insgesamt 28 hochkarätige Referenten würden das Thema aus einem breiten Blickwinkel ökologischer, wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und ethischer Fragen beleuchten.
Aussteller präsentierten Spitzen-Umwelttechnik und -forschung
Organisiert von der DBU hatten auf Initiative des Bundespräsidenten am 3. und 4. Juni am Amtssitz von Johannes Rau im Park des Schlosses Bellevue in Berlin 160 Aussteller über 8.000 Gästen deutsche Spitzen-Umwelttechnik und -forschung präsentiert und in 44 hochkarätig besetzten Einzelveranstaltungen ihre Bedeutung für dieses Land diskutiert. Mit der erstmalig veranstalteten "Woche der Umwelt" will Deutschlands Staatsoberhaupt eine Lanze brechen für den innovativen Umweltschutz. Rau hatte betont: "Umweltschutz ist kein Modethema, sondern ein nach wie vor modernes Thema. Umwelttechnik auf höchstem Niveau kann helfen, unsere natürlichen Lebensgrundlagen auf Dauer zu erhalten, neue Arbeitsplätze zu schaffen und bestehende zu sichern. Das möchte ich auch mit der ?Woche der Umwelt" zeigen.?
Kreativität kleiner und mittlerer Unternehmen gefördert
Die DBU wurde nach der Privatisierung der
Salzgitter AG im Jahre 1990 mit einem Kapital von damals 1,3 Milliarden Euro gegründet und fördert im Kern die Kreativität kleiner und mittlerer Unternehmen bei der praktischen Lösung von Umweltproblemen. Sie gibt Anreiz für ökologische Innovationen in diesen Betrieben, die modellhaft und umweltentlastend sind. Sie setzt durch die Förderung umwelt- und gesundheitsfreundlicher Produkte und Produktionsverfahren auf einen vorbeugenden und integrierten Umweltschutz und mindert das Einstiegsrisiko für Unternehmen in umweltschonendere Produktionstechniken.
4.850 Projekte mit über 940 Millionen Euro gefördert
Sie fördert, was die Umwelt direkt und praktisch schützt, und unterstützt den Austausch von Wissen über die Umwelt zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und anderen öffentlichen oder privaten Stellen. Modellhaft werden auch national wertvolle Kulturgüter im Hinblick auf schädliche Umwelteinflüsse bewahrt und gesichert. Die DBU fördert Naturschutzvorhaben, die Lebensräume oder wildlebende Arten schützen sowie einer natürlichen, standortspezifischen, genetischen Vielfalt und einer nachhaltigen Nutzung von Arten und Ökosystemen dienen. Seit Aufnahme der Fördertätigkeit wurden 4.850 Projekte mit über 940 Millionen Euro gefördert.