Osnabrück. "Wir wollen einen Beitrag zum Abbau bestehender Investitionshemmnisse im Bereich der Kleinwasserkraftnutzung leisten. Durch die Erarbeitung dieses Leitfadens zur umweltgerechten Reaktivierung von Wasserkraftanlagen in Niedersachsen wollen wir potentiellen Anlagenbetreibern eine praxisorientierte Hilfestellung geben." - Mit diesen Worten kommentierte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) ein Projekt, für das die größte Umweltstiftung Europas gerade knapp 140.000 Mark bewilligt hat. Mittel, die an die Vereinigung zur Erhaltung von Wind- und Wassermühlen in Nieder sachsen und Bremen fließen, um der umweltgerechten Stromerzeugung mit Energie nach vorn zu helfen.
Seit 1992 konzentrieren sich die Bemühungen der Mühlenvereinigung auf die Unterstützung der Reaktivierung stillliegender Wasserkraftanlagen in Niedersachsen und in den neuen Bundesländern, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Ziel sei es, durch die gezielte Beratung von Anlagen besitzern die Voraussetzung dafür zu schaffen, daß zu einer umweltgerechten und naturnahen Reaktivierung einer möglichst großen Anzahl von Wasserkraftanlagen "angestiftet" wird. Von 672 Besitzern von Wasserkraftanlagen in Niedersachsen hätten bisher 230 ihr grundsätzliches Interesse an einer Reaktivierung bekundet und um Beratung gebeten. Brick wedde: "Es ist davon auszugehen, daß die bisher durchgeführten Beratungen Folgeinvestitionen von bis zu 1,8 Millionen Mark entscheidend mit angeschoben haben."
Deutlich geworden sei aber auch, daß es in Niedersachsen an umfassendem Informationsmaterial über umweltgerechte Wasserkraftnutzung für potentielle Anlagenbetreiber fehle. Die Erkenntnisse aus den bisherigen Aktivitäten der Mühlen vereinigung sollten eine solide Grundlage für die Erarbeitung eines praxisorientierten Leitfadens darstellen. Auf der rechtlichen Ebene sei eine erhebliche Verminderung der Gebühren für die Erteilung von wasserrechtlichen Bewilligungen erzielt worden. Brickwedde: "Die erreichte Gebührenänderung bedeutet insbesondere für Kleinwasser kraftanlagen eine deutliche Entlastung."
In einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe unterstütze die Mühlenvereinigung ähnliche Bemühungen der Verbände in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin-Brandenburg und Thüringen. So könnten diese Verbände direkt von den organisatorischen und fachlichen Erfahrungen der Niedersachsen profitieren. Die "nicht unerheblichen, ungenutzten Wasserkraftpotentiale", so Brickwedde, dürften aber einfach nicht länger brachliegen. Die unerwartet hohe Zahl von Beratungswünschen dokumentiere, daß hier echter Bedarf vorhanden sei. Brickwedde: "Und der neue Leitfaden kann Orientierung für ähnliche Veröffentlichungen auch in den anderen Bundesländern sein."