25.11.1994 | Deutscher Umweltpreis wird 1995 in München verliehen

Mit 1.000.000 Mark höchstdotierter Umweltpreis Europas am 15. Oktober in der Philharmonie im Kulturzentrum Gasteig zum drittenmal vergeben

Bonn/München. Der Deutsche Umweltpreis - mit einer Million Mark höchstdotierter Umweltpreis Europas - wird 1995 in München verliehen. Das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) unter Vorsitz von Bundesbankpräsident Dr. Hans Tietmeyer beschloß jetzt in Bonn, die bisher zweimal vergebene Auszeichnung am 15. Oktober im Rahmen eines Festaktes in der Philharmonie im Kulturzentrum Gasteig an den oder die neuen Preisträger zu überreichen. 1993 war der Preis der 1990 gegründeten Stiftung erstmals in Berlin, 1994 in Dresden verliehen worden.

Mit der Vergabe des Deutschen Umweltpreises will die unabhängige Stiftung, die seit Aufnahme ihrer Fördertätigkeit am 1. März 1991 in rund 1.000 innovative Umweltschutzprojekte rund 600 Millionen Mark investiert hat, "Einsatz und Leistungen auszeichnen, die entscheidend und in vorbildlicher Weise zum Schutz und zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden", wie es die entsprechenden Leitlinien vorsehen. Die Auszeichnung soll andere Personen, Unternehmen und Organisationen "anstiften", Umweltprobleme rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Strategien schon im Vorfeld zu entschärfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung.

Bei der ersten Vergabe des Deutschen Umweltpreises 1993 wurde die im sächsischen Scharfenstein angesiedelte Firma Foron für die Entwicklung des ersten fluorchlorkohlenwasserstoff- und fluorkohlenwasserstofffreien (FCKW und FKW) Kühlschrankes ausgezeichnet. Besonders gewürdigt wurde bei der Verleihung des Preises im Schauspielhaus in Berlin unter anderem auch das Engagement der Umweltschutzorganisation "Greenpeace". Zweiter Preisträger 1993 war der Münchner Ökologieprofessor Dr. Wolfgang Haber, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. 1994 wurden das ökologische Musterdorf Wulkow in Brandenburg, die Umweltinitiativen der ostwestfälischen Wirtschaft sowie die Ozonforscher Professor Dr. Paul J. Crutzen und Dr. Frank Arnold in der Dresdner Semperoper geehrt.

Noch bis zum 15. Januar läuft das Auswahlverfahren, bei dem Vertreter gesellschaftlich relevanter Institutionen und Verbände ihre Vorschläge einreichen können. Ob die Fraunhofer- oder Max-Planck-Gesellschaft, der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen, der Deutsche Naturschutzring oder andere anerkannte Naturschutzverbände, Arbeitgeberverbände oder Gewerkschaften - sie alle haben noch bis zu diesem Stichtag Gelegenheit, ihre Favoriten für den Deutschen Umweltpreis 1995 zu nominieren. Eine unabhängige Fachjury wird alle eingehenden Vorschläge prüfen, bevor das Kuratorium der Stiftung entscheiden und der Preis dann im Herbst 1995 in München verliehen werden wird.