18.11.1995 | Generalsekretär der Umweltstiftung geehrt für "vorbildliche Leistungen im Umweltbereich"

Fritz Brickwedde (Osnabrück) erhielt in Mannheim höchste Auszeichnung des Verbandes Deutscher Baustoff-Recycling-Unternehmen

Mannheim/Osnabrück. Mit der Goldenen Baustoff- Recycling-Medaille des Verbandes Deutscher Baustoff-Recycling-Unternehmen wurde im Mannheimer "Rosengarten" Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück), ausgezeichnet. In Anwesenheit von Bundesminister Professor Dr. Klaus Töpfer nahm der Generalsekretär der größten Umweltstiftung Europas aus der Hand von Reinhold Höcker, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Baustoff-Recycling-Unternehmen, die Auszeichnung in Empfang, die seit nunmehr sieben Jahren für vorbildliche Leistungen im Umweltbereich vergeben wird.

In seiner Laudatio betonte Höcker, Brickwedde habe seit Jahren die Entwicklung im Umweltbereich, insbesondere auch im Baustoff-Recycling-Markt, verfolgt und bereits sehr früh begonnen, die Entwicklung dieser Branche in der Forschung finanziell zu unterstützen. Ob bei der Entwicklung eines Leitfadens für den ordnungsgemäßen Rückbau und die Entsorgung der Baustellen, ob bei der Herstellung eines Betons unter Zugabe von Recyclingbaustoffen oder der Förderung der Entwicklung von Maschinen und Anlagen, "Sie haben mit fortschrittlichem Engagement und unbürokratischen Bearbeitungswegen bei der Antragstellung von Forschungsvorhaben dazu beigetragen, eine Branche entstehen zu lassen, die auch über die Grenzen hinaus höchste Anerkennung findet".

Besonders hervorzuheben sei, so Höcker weiter, die Entscheidung, beim Neubau des Verwaltungsgebäudes der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück erhebliche Mengen Recyclingbeton einzubauen. Dieser Ansatz - erstmalig in Deutschland praktiziert - sei vom Vorstand des Verbandes als sehr fortschrittlich und positiv bewertet worden. Erwähnt wurde von Höcker in diesem Zusammenhang auch das finanzielle Engagement der Stiftung beim Aufbau von Umweltzentren im Handwerk. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt will dem Handwerk bei der Suche nach maßgeschneiderten Lösungen für die Bewältigung spezifischer Umweltprobleme behilflich sein. Mit Anschubfinanzierungen in Millionenhöhe unterstützt sie den Aufbau von "Umweltzentren des Handwerks". Nach Hannover, Saar-Lor-Lux und Münster wurde kürzlich in Gera im Rahmen einer bundesweiten Gesamtkonzeption das erste Zentrum dieser Art in Ostdeutschland gegründet. Damit werde, so Höcker, "auch den kleinen Betrieben eine Anlaufstelle für umweltrelevante Fragestellungen und Problemlösungen gegeben".

In seiner Dankesrede betonte Brickwedde, die Stiftung habe die Aufgabe übertragen bekommen, die Entwicklung und Innovation umweltfreundlicher Produkte und Verfahrensweisen zu fördern. "Umweltfreundlich in unserem Verständnis ist die Abkehr von der linearen Verbrauchswirtschaft hin zur ökologischen Kreislaufwirtschaft", so Brickwedde. Recyclinggerechte Konstruktionen und Recyclingtechnologien nähmen dabei einen besonderen Stellenwert ein. Brickwedde: "Diese Maßstäbe wollten wir auch bei unserem eigenen Verwaltungsgebäude anzusetzen." Das sei zwar leichter gesagt als getan, in der Zwischenzeit aber verwirklicht. Auf verklebte Verbundkonstruktionen sei weitestgehendst verzichtet, es seien fast ausschließlich recyclingfähige Baumaterialien verwendet worden. Entstanden sei das erste Gebäude Deutschlands, das in tragenden Wänden Recyclingbeton einsetze. Brickwedde: "Es wird noch eine Menge Engagement und Arbeit bedeuten, dieses Verfahren, das hier im Rahmen einer Einzelzulassung umgesetzt wurde, zur Serienreife und zur bauaufsichtlichen Zulassung zu bringen, aber der erste Schritt ist nun einmal der wichtigste."

Der Generalsekretär erinnerte auch an die Diskussion zum Thema ökologisches Bauen. Viele unter diesem Thema firmierende Projekte zeigten vielfach nur ein Öko-Outfit am Gebäude, indem Naturmaterialien in der Architektur berücksichtigt würden. Es sei aber eine wichtige ingenieurwissenschaftliche Aufgabe, ein Gebäude so zu planen, daß die Umwelt auch nach seiner Nutzung nicht mit dem entsorgten Material belastet werde. Auch im Baubereich gelte als oberstes Gebot, daß die Vermeidung von Abfällen vor der Abfallverwertung und -entsorgung vorzuziehen sei.

Deshalb habe die Stiftung auch die Veröffentlichung eines Handbuches für Recyclingrückbau unterstützt. Brickwedde erwähnte aber auch Stiftungsprojekte zur Aufbereitung von Kunststoffmaterialien der technischen Gebäudeausrüstung, zur hochwertigen Wiederverwertung von schlecht sortiertem, mineralischem Bauschutt als Sekundärstoff für tragende Bauteile im Bauwesen sowie Ideen zur Dekontamination und Wiederverwertung dieser Bauwerksmaterialien.