02.11.1994 | Deutscher Umweltpreis 1995: Vergabeverfahren ist angelaufen

Gesellschaftlich relevante Gruppen können Vorschläge bis Ende des Jahres einreichen - Höchstdotierte Auszeichnung Europas

Osnabrück. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) schickt sich an, für die Vergabe des mit einer Million Mark höchstdotierten Umweltpreises Europas mögliche Kandidaten ausfindig zu machen. Angelaufen ist in dieser Woche das Auswahlverfahren, bei dem Vertreter gesellschaftlich relevanter Institutionen und Verbände ihre Vorschläge einreichen können. Ob die Fraunhofer- oder Max-Planck-Gesellschaft, der Rat der Sachverständigen für Umweltfragen, der Deutsche Naturschutzring oder andere anerkannte Naturschutzverbände, Arbeitgeberverbände oder Gewerkschaften - sie alle haben noch bis zum 15. Januar 1995 Gelegenheit, ihre Favoriten für den Deutschen Umweltpreis 1995 zu nominieren. Eine unabhängige Fachjury wird alle eingehenden Vorschläge prüfen, bevor das Kuratorium der Stiftung entscheiden und der Preis voraussichtlich im Herbst 1995 verliehen werden wird.

Mit der Vergabe des Deutschen Umweltpreises will die unabhängige Stiftung, die seit Aufnahme ihrer Fördertätigkeit am 1. März 1991 in rund 1.000 innovative Umweltschutz-projekte rund 600 Millionen Mark investiert hat, "Einsatz und Leistungen auszeichnen, die entscheidend und in vorbildlicher Weise zum Schutz und zur Erhaltung der Funktions-fähigkeit der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umwelt-entlastung beitragen werden", wie es die entsprechenden Leitlinien vorsehen. Die Auszeichnung soll andere Personen, Unternehmen und Organisationen "anstiften", Umweltprobleme rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Strategien schon im Vorfeld zu entschärfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Bei der ersten Vergabe des Deutschen Umweltpreises 1993 wurde die im sächsischen Scharfenstein angesiedelte Firma Foron für die Entwicklung des ersten fluorchlor-kohlenwasserstoff- und fluorkohlenwasserstofffreien Kühlschrankes ausgezeichnet. Besonders gewürdigt wurde bei der Verleihung des Preises im Schauspielhaus in Berlin unter anderem auch das Engagement der Umweltschutzorganisation "Greenpeace". Zweiter Preisträger 1993 war der Münchner Ökologieprofessor Dr. Wolfgang Haber, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. 1994 wurden das ökologische Musterdorf Wulkow in Brandenburg, die Umweltinitiativen der ostwestfälischen Wirtschaft sowie die Ozonforscher Professor Dr. Paul J. Crutzen und Dr. Frank Arnold in der Dresdner Semperoper geehrt.