11.09.1994 | "Der Stiftung ausgesprochen dankbar, daß sie den Erhalt sichergestellt hat"

Ministerpräsident Höppner besichtigte restaurierte Marienkirche in Bernburg - 200.000 Mark der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

Bernburg. Beeindruckt von den bisher erbrachten Leistungen bei der Instandsetzung der Pfarrkirche St. Marien in Bernburg zeigte sich am heutigen Sonntag Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reinhard Höppner, als er für Sachsen-Anhalt den europäischen "Tag des offenen Denkmals" eröffnete. Höppner machte sich aus diesem Anlaß ein Bild davon, was in Sachsen-Anhalt für die Sicherung und Restaurierung national wertvoller Kulturgüter getan worden ist. Konkret für die Restaurierung der Pfarrkirche St. Marien in Bernburg hatte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) insgesamt knapp 200.000 Mark investiert, um Umweltschäden zu beseitigen und drei Chorfenster der Kirche aus dem 19. Jahrhundert zu restaurieren. Höppner nach seinem Rundgang: "Ich bin der Stiftung ausgesprochen dankbar, daß sie zum Erhalt dieses kulturhistorisch so bedeutsamen Bauwerks wesentlich beigetragen hat."

Umweltbelastungen hatten in hohem Grade zu einer Zerstörung der Fenster im Chor beigetragen. Spezielle Untersuchungen, die bei den ersten Restaurierungs- und Erhaltungsmaßnahmen an Fenstern der Kirche durchgeführt worden waren, hatten ergeben, daß eine dicke Ablagerung aus Zement, Kalk, Gips und Ruß Malerei und Glas angegriffen hatten. Ursache hierfür waren die Immissionen des in unmittelbarer Nähe befindlichen Zementwerkes und des Solvay-Werks.

So wurden schließlich, teilte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit, isothermale Schutzverglasungen angefertigt, die die Fenster in Zukunft vor den Luftbelastungen besser schützen werden. Diese Vorgehensweise habe Modellcharakter in den neuen Bundesländern. Im Bereich der Modellsanierung national wertvoller Kulturgüter engagierte sich die größte Umweltstiftung Europas in Sachsen-Anhalt bisher bei 64 Projekten mit einem Gesamtfördervolumen von 26,4 Millionen Mark. Dazu Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Stiftung: "Umweltschäden an Denkmälern stellen ein großes Problem dar, dem häufig nur mit aufwendiger Methodik und modernster Technik beizukommen ist. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse zur Schadenserfassung und -beseitigung müssen sowohl den Denkmalpflegern als auch den Handwerkern, die die Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahmen ausführen, zugänglich gemacht werden. Deshalb fördern wir diese Modellprojekte, die einen fruchtbaren Austausch von naturwissenschaftlichen und handwerklichen Erfahrungen zum Ziel haben."

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert nach den Worten ihres Generalsekretärs die Kreativität kleiner und mittlerer Unternehmen bei der praktischen Lösung von Umweltproblemen und gibt Anreiz für ökologische Innovationen in diesen Betrieben. Brickwedde: "Die Umweltstiftung setzt durch die Förderung umwelt- und gesundheitsfreundlicher Produktionsverfahren auf einen vorbeugenden und integrierten Umweltschutz. Sie mindert das Einstiegsrisiko für Unternehmen in umweltschonendere Produktionstechniken und fördert, was die Umwelt direkt und praktisch schützt." Gleichzeitig unterstütze sie Kooperationsprojekte in der Anwendung von Umwelttechnik und den Austausch von Wissen über die Umwelt zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und anderen öffentlichen oder privaten Stellen. Modellhaft werden auch, so Brickwedde, national wertvolle Kulturgüter im Hinblick auf schädliche Umwelteinflüsse bewahrt und gesichert. Seit Gründung der Stiftung 1990 wurden insgesamt rund 950 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 600 Millionen Mark gefördert.