06.09.1994 | "Deutliche Senkung der Umweltbelastungen bei der thermischen Abfallbehandlung"

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) fördert neues Verfahren zur Verbrennung von Hausmüll und hausmüllähnlichem Gewerbeabfall

Clausthal-Zellerfeld/München. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osna-brück) will dazu beitragen, daß nach einer Aussortierung verwertbarer Stoffe aus Hausmüll und hausmüllähnlichem Gewerbeabfall der verbleibende Rest umweltschonender verbrannt wird als bisher. Das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) beschloß unter Vorsitz von Bundesbankpräsident Dr. Hans Tietmeyer, dem CUTEC-Institut in Clausthal-Zellerfeld für die Weiterentwicklung einer Rostfeuerungstechnik zur Verminderung von Emissionen insbesondere bei der Restmüllverbrennung rund 670.000 Mark zur Verfügung zu stellen. Generalsekretär Fritz Brickwedde: "Das Ziel des beantragten Vorhabens, durch die Vergasung von Abfällen auf einem Rost Maßnahmen zur Schadstoffverminderung zu erproben, ist von besonderem Interesse." Partner des CUTEC-Instituts sind die Technische Universität Clausthal und die Firma Martin Umwelt- und Energietechnik in München.

Im Bereich der Verbrennung von Restabfällen wird gegenwärtig überwiegend die Technik der Rostfeuerung eingesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung der größten Umweltstiftung Europas weiter. Bisher seien jedoch oftmals Rostsysteme aus der Kohleverfeuerung an die Gegebenheiten der Abfallbehandlung angepaßt worden, ohne daß dabei grundsätzliche Änderungen des Konzeptes der gesamten Prozeßführung selbst vorgenommen worden seien. Ergebnisse von Vorversuchen des Antragstellers hätten allerdings ergeben, daß über eine Verbesserung der Prozeßführung noch ein erhebliches Potential an Maßnahmen zur Emissionsminderung bestehe.

Die nun vorgesehenen Untersuchungen sollten im Laufe der nächsten zwei Jahre zu einer Verminderung der Abgasmengen führen, zu einer Minderung der Emissionen im Abgas und zu einer gezielten Beeinflussung der festen Reststoffe im Hinblick auf ihre Deponierbarkeit beziehungsweise ihre weitere Verwertung. Nachdem bei der Weiterentwicklung der thermischen Entsorgungsverfahren in den letzten Jahren schwerpunktmäßig der Ausbau und die Verbesserung der Rauchgasreinigungsstrecke im Vordergrund gestanden habe, werde in diesem Vorhaben konsequent der Versuch aufgegriffen, Verbesserungen der thermischen Behandlung über eine wesentlich veränderte Betriebsweise zu erzielen. Brickwedde: "Die Folge wird eine deutliche Senkung der Umweltbelastungen bei der thermischen Abfallbehandlung sein."