Gemeinsamer Einsatz für den "Osnabrück Kaffee" (v.l.): Christian Ernstberger, persönlicher Referent des DBU-Generalsekretärs und Mitinitiator der Aktion, Ute Lahmeyer und DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde.
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Osnabrück. Praktische "fairstärkung" in Osnabrück für die Idee der nachhaltigen Entwicklung: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) wird zukünftig Mitarbeitern und Gästen ausschließlich noch "Osnabrück Kaffee" anbieten. Er wird in Mexiko ökologisch angebaut und ohne Zwischenhandel vermarktet. Der Erlös geht direkt in verbesserte Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kooperativenmitarbeiter vor Ort. "Global zu denken und lokal zu handeln, das war schon immer unsere Maxime. Und dieser Kaffee steht für die Verbindung sozialer, ökonomischer und ökologischer Aspekte, wie sie das Leitbild der Nachhaltigkeit fordert," erläuterte jetzt DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde. Durch die vielen Veranstaltungen, die in der DBU-Geschäftsstelle stattfinden, summiere sich der Kaffeegenuss bei der DBU auf monatlich rund 2.500 Tassen. Und mit dem Bezug des neuen Konferenz- und Ausstellungsgebäudes Ende September werde sich diese Zahl noch vervielfachen.
"Agenda 21" - wichtigstes Abschlussdokument von Rio
Entstanden war die Idee im Zusammenhang mit den Kuratoriumssitzungen zur "Lokalen Agenda 21" in Osnabrück, an denen die DBU beteiligt ist und in denen Dorothea Stewens-Werner für den "Osnabrück Kaffee" geworben hatte. 1992 hatte in Rio de Janeiro auf der 2. Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen die bisher größte Anzahl der Regierungschefs der internationalen Staatengemeinschaft die zukünftige Entwicklung der Menschheit und des Planeten Erde beraten. Das wichtigste Abschlussdokument dieser Konferenz, die oftmals einfach nur die "Rio-Konferenz" genannt wird, trägt den Namen Agenda 21 (lateinisch: was zu tun ist). Insgesamt 178 Staaten unterschrieben dieses Dokument - darunter auch Deutschland. Es ist ein internationales Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert zur Rettung des Planeten Erde und der Menschheit.
Nationale Programme entwickeln
Die Agenda 21 fordert in 40 Kapiteln die beteiligten Staaten auf, nationale Programme zu entwickeln, die gleichberechtigt nebeneinander die Ansprüche der Umwelt- und Sozialverträglichkeit, der Wirtschaftlichkeit und der internationalen Verträglichkeit verbinden. Sind diese vier Aspekte gleichberechtigt berücksichtigt worden, spricht man von einer "nachhaltige Entwicklung" (englisch: sustainable development).
Lokale Agenda 1994 in Osnabrück beschlossen
Am 6. Dezember 1994 beschloß der Rat der Stadt Osnabrück, eine Lokale Agenda zu erarbeiten. Dieser Beschluss wurde im Februar 1996 bekräftigt, in dem die Stadt gemeinsam mit der englischen Partnerstadt Derby die "Charta von Aalborg" (Charta der Europäischen Städte und Gemeinden auf dem Weg zur Zukunftsbeständigkeit) unterzeichnete. In der Folgezeit erweiterten sich die Arbeits- und Organisationsstrukturen und auch die Themen, die im Rahmen eines beginnenden Bürgerbeteiligungsprozesses bearbeitet wurden. So wurden neben entwicklungspolitischen und zielgruppenspezifischen Themen auch ökonomische und ökologische Themen aufgenommen.
DBU-Aufforstungen als Ausgleich für Kohlendioxid-Ausstoß der Geschäftsstelle
1999 erarbeitete das Agenda-Forum Leitbilder und Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Osnabrück. Diese Leitbild der Nachhaltigkeit nicht nur durch die Förderarbeit voran zu treiben, sei auch ausdrückliches Anliegen der DBU, so Brickwedde. So habe sie den Ausstoß von klimaschädigendem Kohlendioxid, der zwangsläufig durch den Betrieb ihrer Geschäftsstelle in Osnabrück entsteht, durch das Anpflanzen von 30 Hektar Wald in der polnisch-tschechisch-deutschen Grenzregion "neutralisiert" und für die Aufforstung rund 100.000 Euro zur Verfügung gestellt.