Potsdam / Osnabrück. Der Freiburger Umweltmediziner Professor Dr. Franz Daschner (60) und der Auricher Unternehmer und alleinige geschäftsführende Gesellschafter der Firma ENERCON, Aloys Wobben (48), werden am Sonntag in Potsdam ausgezeichnet mit dem Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück). Bundespräsident Johannes Rau wird den mit einer Million Mark höchstdotierten Umweltpreis Europas in der Caligari-Halle im Filmpark Babelsberg je zur Hälfte an die beiden Preisträger übergeben. 3SAT überträgt die achte Verleihung des Deutschen Umweltpreises von 11 bis 13 Uhr direkt, das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) um 0.20 Uhr in einer 20minütigen Zusammenfassung.
Das Kuratorium der größten Umweltstiftung Europas hatte unter Vorsitz von Bundesbankpräsident i.R. Professor Dr. Hans Tietmeyer auf Vorschlag einer unabhängigen Jury beschlossen, den Preis 2000 wie im Vorjahr je zur Hälfte zu vergeben, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Preisträger Prof. Dr. Daschner habe modernes Umweltmanagement in vielen Krankenhäusern erfolgreich eingeführt, dabei Hygienestandards gewahrt und Kosten gespart. Durch seine langjährigen, hervorragenden wissenschaftlichen und praktischen Leistungen sei es ihm gelungen, die oft als unvereinbar bezeichneten Bereiche Umweltschutz und Krankenhaushygiene zusammen zu führen und wichtige Grundzüge nachhaltigen Wirtschaftens in das Bewusstsein der medizinischen Fachdisziplinen zu rücken.
Preisträger Dipl.-Ing. Aloys Wobben wird als herausragende Persönlichkeit mit Vorbildfunktion ausgezeichnet. Mit seiner Arbeit habe er neue Maßstäbe bei der Entwicklung und Wirkungssteigerung von Windenergieanlagen gesetzt. In nur 15 Jahren habe er seine Firma zu einem der weltweit führenden Unternehmen der Branche mit heute etwa 2.300 Mitarbei-tern aufgebaut. Die von ihm und seinen Mitarbeitern entwickelten Lösungsansätze besäßen außergewöhnlich hohes Innovationspotenzial und seien wesentliche Grundlage des Erfolgs.
Mit hohem persönlichen und unternehmerischen Risiko habe Wobben in einer Zeit, in der es keinen funktionierenden Windenergiemarkt in Deutschland gab, auf diese umweltfreundliche Energieerzeugung gesetzt und maßgeblich dazu beigetragen, dass die Windnutzung aus ihrem Nischendasein habe herausgeführt werden können. Seinem praktischen und engagierten Handeln sei es maßgeblich zu verdanken, dass sie heute einen wichtigen Beitrag zur Nutzung erneuerbarer Energien leiste.
Nach der Eröffnung des Festaktes durch Professor Dr. Hans Tietmeyer wird der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Manfred Stolpe, ein Grußwort an die Gäste richten, zu denen auch führende Vertreter des Bundes - wie Umweltminister Jürgen
Trittin -, zahlreiche Landesminister, hochrangige Vertreter der Wirtschaft und der Umweltverbände sowie die meisten Umweltpreisträger der vergangenen Jahre gehören werden.
Die Laudatio auf den Preisträger Daschner wird Dr.-Ing. Nils F. Zorn, Sprecher der Geschäftsleitung der ERM Lahmeyer International und Mitglied der Jury des Deutschen Umweltpreises, halten, die auf Aloys Wobben der Physiker Dr. Friedrich Heigl, freier Unternehmensberater auf den Gebieten Energietechnik und -wirtschaft und ebenfalls Mitglied der Jury des Deutschen Umweltpreises. Nach seiner Rede wird Bundespräsident Johannes Rau die Urkunden an die neuen Preisträger überreichen.
Daschner und Wobben werden sich im Anschluss an die Übergabe der Urkunden vor den rund 1.350 geladenen Gästen im Filmpark Babelsberg einer von Stefan Schulze-Hausmann, Fernsehjournalist und -moderator, geleiteten Gesprächsrunde stellen. Schulze-Hausmann wird auch durch den gesamten Festakt führen. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Umweltstiftung, wird den Festakt beschließen. Musikalisch umrahmt wird die achte Verleihung des Deutschen Umweltpreises von der Geigenvirtuosin Liana Issakadze und dem Georgischen Staatskammerorchester.
Mit der Vergabe des Deutschen Umweltpreises will die unabhängige Stiftung, die seit Aufnahme ihrer Fördertätigkeit am 1. März 1991 in über 3.800 innovative Umweltschutzprojekte über 1,6 Milliarden Mark investiert hat, "Einsatz und Leistungen auszeichnen, die entscheidend und in vorbildlicher Weise zum Schutz und zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden", wie es in den entsprechenden Leitlinien heißt. Die Auszeichnung soll Personen, Unternehmen und Organisationen "anstiften", Umweltprobleme rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Strategien schon im Vorfeld zu entschärfen.