Osnabrück / Berlin. Im Museum für Natur und Umwelt am Schölerberg in Osnabrück wird im kommenden Jahr auf einer Fläche von 350 Quadratmetern eine neue Dauerausstellung entstehen. Sie will Schüler, Lehrer, Familien und andere Interessengruppen mit allen Sinnen für den Schutz des Bodens als zentrale Lebensgrundlage gewinnen. Das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, beschloss in Berlin, über eine Million Mark für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Umweltstiftung: "Da die Mehrheit der Bevölkerung die Bedeutung des Bodens für Ernährung, Wasserhaushalt, Lebens- und Stoffkreisläufe im Alltag kaum noch erfährt, wird diese attraktive und spannende Erlebnisausstellung an exponierter Stelle ein Informationsdefizit zu beseitigen helfen." Der erste Bauabschnitt soll zur Weltausstellung im Sommer des nächsten Jahres stehen.
Der Themenbereich Boden und Bodenschutz sei im Gegensatz zu den Umweltmedien Wasser und Luft im Bewusstsein der Öffentlichkeit nur in sehr geringem Maße präsent, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Diese geringe Aufmerksamkeit stehe in einem großen Ungleichgewicht zu den vielseitigen und zentralen Funktionen des wichtigen Umweltgutes. Intakte Böden seien eine bedeutende Lebensgrundlage des Menschen. Der handlungsorientierten Auseinandersetzung mit dem Thema Bodenschutz komme in diesem Zusammenhang eine große Bedeutung zu.
Die neue Dauerausstellung solle nun inhaltlich und gestalterisch an die anderen bereits bestehenden Bereiche des Museums angebunden werden und sie so stärker miteinander vernetzen. Aufbauend auf einer vom Institut für Naturschutz und Umweltbildung der Hochschule Vechta entwickelten Machbarkeitsstudie sehe das Konzept acht Bereich mit unterschiedlichen Schwerpunkten vor. Im Einführungsbereich solle der Besucher erfahren, was Boden überhaupt ist und wie er im Laufe von Jahrtausenden entstanden ist.
In der "Bodenhöhle" solle er in die Unterwelt des Bodens hinabtauchen und sich dort "wie ein Bodentier in der Erde" fühlen. Sei ihm zu Beginn noch vieles vertraut, werde er in der Folge auf immer unbekanntere Seiten stoßen. Aus ungewohnter Perspektive werde er sehen, dass menschliches Handeln sich unmittelbar auf den Boden und seine Lebewesen auswirke.
Im Bereich "Lebensraum Wald" solle vor allem der Einfluss des Bodens auf die Pflanzenwelt und seine Filterfunktion für das Wasser verdeutlicht werden. Außerdem werde hier die Bedeutung des Bodens als Lebensraum für Organismen und für Stoffkreisläufe im Blickpunkt stehen.
Um Grundwasser und Regenwürmer werde es im Bereich "Lebensraum Wiese" gehen. Die Auswirkungen der Umwandlung von Grünland in Ackerflächen würden ebenfalls behandelt. Im Ausstellungsbereich "Lebensraum Acker" stünden zentral Bodenbearbeitungsformen und die Veränderungen der Bodenstruktur durch die Landwirtschaft im Blickpunkt. Ökologischer und herkömmlicher Landbau sollten unter sozialen, ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten behandelt werden. Im Bereich "Lebensraum Stadt" gehe es um die Themen Versiegelung und Altlasten.
Eine eigene "Forschungsstation" werde den Besuchern die Beobachtung lebender Bodentiere ermöglichen. Ihre Lebensweisen sollen schließlich im Ausstellungsbereich Kino in kurzen Filmen noch einmal dargestellt werden, wobei vor allem das Zusammenwirken von Tieren und Mikroorganismen in einer Lebensgemeinschaft verdeutlicht werden solle.
Über die eigentliche Ausstellung hinaus sei in Zusammenarbeit mit dem Umweltbildungszentrum des Museums ein umfassendes pädagogisches Begleitprogramm für Schulklassen aller Schulformen und Jahrgangsstufen vorgesehen. Es seien Lehrerfortbildungen populärwissenschaftliche Vortragsreihen für Erwachsene, Ferienprogramme für Kinder sowie Wochenendveranstaltungen zu unterschiedlichen Themenaspekten geplant. Für Kinder solle ein "Bodenspiel" entwickelt werden. Experimente und Versuchsanwendungen zum Thema Boden sollten erprobt und durchgeführt werden.