Osnabrück. Im neuen Schuljahr mit Jungen und Mädchen bei der Klassenfahrt Naturinstrumente basteln und spielen und sich mit ihnen aufs papuanische Erdlochessen freuen? Mit der Jugendabteilung des Sportvereins Störche in der Elbtalaue beobachten? Oder mit der Pfadfindergruppe einen Sonnenkollektor bauen und testen? - Wer das schon immer wollte, nur nicht wusste, wo er's konnte, dem wird jetzt geholfen. In einer neuen Publikation "Umweltbildung für Kinder, Schüler und Jugendliche" präsentiert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) 49 von ihr geförderte Umweltzentren mit ihren spezifischen Rahmenbedingungen, Themenschwerpunkten und inhaltlichen Angeboten. Rund 33.000 Schulen in Deutschland geht die 124 Seiten starke Schrift nach Ferienende zu, um sie für den Besuch dieser Einrichtungen zu motivieren. Vereine und Verbände können sie kostenlos anfordern.
"Den Bildungseinrichtungen kommt bei der Kommunikation von Umweltschutzthemen zentrale Bedeutung zu", betonte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Stiftung, heute in einer Pressemitteilung. Das Ansprechen unterschiedlicher Zielgruppen, die Berücksichtigung aktueller Entwicklungen, die ganzheitliche Sicht von Problemen oder das Ausrichten auf konkretes Handeln gäben ihnen eine Schlüsselrolle.
Besondere Schwerpunkte seien von der Stiftung etwa beim Aufbau von Bildungseinrichtungen in Ballungsgebieten, bei der Informationsvermittlung in sensiblen Regionen mit besonders hohen Besucherzahlen (etwa Nationalparks), bei berufsbezogener Fort- und Weiterbildung oder bei neuen Bildungsansätzen in der Umwelttechnik und -ökonomie gesetzt worden.
Seit Gründung der Stiftung vor zehn Jahren seien insgesamt 150 Zentren mit einem Volumen von 140 Millionen Mark unterstützt worden. Dabei seien neue Einrichtungen insbesondere in den ostdeutschen Ländern errichtet worden, aber auch Machbarkeitsstudien durchgeführt oder neue Programminhalte an bereits bestehenden Einrichtungen entwickelt worden.
Das Verständnis der Stiftung von Umweltbildung sei geprägt von der Einsicht, dass Kommunikation weit mehr darstelle als bloße Wissensvermittlung. Über die Information Einzelner hinaus solle die Handlungsbereitschaft für den Umweltschutz gefördert werden. Es sollten Fachgrenzen überwunden und neue Wege gesucht werden, um durch übergreifende Ansätze der Vielfältigkeit und Komplexität von Umweltproblemen gerecht zu werden.
Die jetzt in der Publikation vorgestellten Zentren für Kinder und Jugendliche hätten ein vielfältiges Angebot vorzuweisen, das gerade für Schulen - von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II - , aber auch in Vereinen und Verbänden von Interesse sein dürfe. Im ersten Teil erfolgt die Vorstellung der Einrichtung, des Standortes, der Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten sowie der Tagungsräume. Hingewiesen wird auch auf Angebote zu Kultur und Freizeit in der näheren Umgebung. Im zweiten Teil der Präsentation stellt die jeweilige Einrichtung ihre Arbeitsschwerpunkte vor. Es folgt eine Auswahl des inhaltlichen Angebots, geordnet nach unterschiedlichen Altersstufen. Teilweise präsentieren die Einrichtungen besondere Projekte, Ausstellungen, didaktische Materialien u.ä.
Die Publikation einschließlich einer CD-Rom, die zusätzliche Informationen über die Stiftung enthält, kann bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, An der Bornau 2, 49090 Osnabrück, Telefon 0541/9633-0, Fax 0541/9633-190, von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen kostenlos angefordert werden. Privatpersonen erhalten sie im Buchhandel gegen eine Schutzgebühr von zehn Mark.