06.09.2000 | Sachsens Kirchen erwärmen Bürger für Sonnenenergie

Über Sonderprogramm der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) zehn Projekte gefördert - Noch Gelder für Berufsschulen frei

Dresden. Sachsen nimmt in der Statistik der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) insgesamt eine führende Rolle ein. Auch in der Nutzung eines 1999 aufgelegten Sonderprogramms zur verstärkten Nutzung von Sonnenenergie durch Kirchengemeinden liegt es im Spitzenfeld. Mit den jüngsten Förderentscheidungen können nun zehn Gemeinden die himmlische Energie nutzen. Sie erhalten dafür insgesamt 315.000 Mark. Das teilte Stiftungs-Generalsekretär Fritz Brickwedde heute vor Journalisten in Dresden mit. Zehn Millionen Mark wird die größte Umweltstiftung Europas bis Ende 2001 in das Programm investieren, um auf den Dächern 300 kirchlicher Einrichtungen in Deutschland Demonstrationsanlagen zur Solarenergienutzung montiert zu sehen.

Brickwedde stellte heraus, dass die Umweltstiftung intensiv Projekte im Bereich Solarenergie fördere. Dabei sei sie darauf gestoßen, dass im Nachbarland Österreich - bezogen auf die Einwohnerzahl - die sechsfache Kollektorfläche installiert sei. Zurückzuführen sei das unter anderem auch auf die starke Vorbildfunktion der Kirchengemeinden, die die Solarenergie in weitaus größerem Maße nutzten, als das hier der Fall sei. Außerdem sei es dort gesellschaftlicher Konsens, dass die Nutzung erneuerbarer Energien einen Beitrag zur Erhaltung der Schöpfung darstelle.

So sei die Idee entstanden, einen solchen Impuls über die Stiftung auch in Deutschland zu geben. Die Größe der Demonstrationsanlagen müsse sich für eine Förderung durch die Stiftung an den typischen Erfordernissen privater Haushalte orientieren. Denn nur so werde die Möglichkeit einer Übertragbarkeit auf sie auch deutlich.

Doch auch außerhalb dieses Sonderprogramms habe sich die Stiftung in Sachsen bei der Förderung der Solarenergie stark engagiert. Als Beispiele nannte der Generalsekretär unter anderem ein Programm für Bildungseinrichtungen mit dem Schwerpunkt berufliche Qualifizierung, durch das Wissen über Umwelttechnik stärker verbreitet werden soll. Gefördert werden darin mit maximal 150.000 Mark pro Projekt Demonstrationsanlagen an Einrichtungen, an denen ein umwelttechnischer Schwerpunkt in Verbindung mit beruflicher Qualifizierung besteht. Insgesamt wurden bisher knapp 40 Projekte mit einem Volumen von 4,2 Millionen Mark von der Stiftung unterstützt, in Sachsen drei Projekte (Ostritz, Pirna und Chemnitz) mit rund 280.000 Mark. Im Rahmen dieses Programms stünden für Projekte an schulischen Berufsbildungszentren, Weiterbildungsstätten des Handwerks, Umweltbildungseinrichtungen u.a. noch weitere 1,8 Millionen Mark zur Verfügung.

Mit weiteren acht Projekten und einem Fördervolumen von knapp 1,8 Millionen Mark habe sich die Stiftung außerhalb dieser beiden Programme für eine verstärkte Nutzung der Sonnenenergie engagiert. In Schmochtitz beispielsweise habe sie die solartechnische Demonstrationsanlagen auf der Bildungsstätte Bischof-Benno-Haus mit 140.000 Mark finanziert.

Insgesamt habe die Stiftung nun seit Aufnahme ihrer Fördertätigkeit am 1. März 1991 im Freistaat über 450 Projekte mit einem Volumen von 215 Millionen Mark angeschoben.