Weimar / Osnabrück. Der Bonner Bionik-Professor Dr. Wilhelm Barthlott (53) und der Wattenscheider Textil-Unternehmer Dr.-Ing. h.c. Klaus Steilmann (70) werden am Sonntag in Weimar ausgezeichnet mit dem Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück. Bundespräsident Johannes Rau übergibt den mit einer Million Mark höchstdotierten Umweltpreis Europas im congress centrum neue weimarhalle an die Preisträger. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) überträgt den Festakt von 11 bis 13 Uhr in 3SAT direkt, um 23.05 Uhr in einer 15minütigen Zusammenfassung in seinem dritten Programm.
Das Kuratorium der größten Umweltstiftung Europas hatte unter Vorsitz von Bundesbankpräsident i.R. Professor Dr. Hans Tietmeyer beschlossen, den Preis 1999 je zur Hälfte zu vergeben, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Professor Dr. Wilhelm Barthlott wird geehrt für seine hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der technischen Biologie und Bionik, insbesondere für die Entschlüsselung des Selbstreinigungseffekts bestimmter Pflanzenoberflächen ("Lotus-Effekt") und dessen Übertragung in technische Anwendungen.
Klaus Steilmann erhält den Preis in Würdigung seines Lebenswerkes für sein vorbildliches Engagement, Umwelt- und Gesundheitsbelastungen bei der Produktion und Verarbeitung von Textilien zu verringern und Umweltstandards zur internationalen Anerkennung zu verhelfen.
Nach der Eröffnung des Festaktes durch Professor Dr. Hans Tietmeyer wird der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Dr. Bernhard Vogel, ein Grußwort an die Gäste richten, zu denen auch führende Vertreter des Bundes wie Umweltminister Jürgen Trittin und der Länder, der Wirtschaft und der Umweltverbände sowie die meisten Umweltpreisträger der vergangenen Jahre gehören werden.
Die Laudatio auf den Preisträger Barthlott wird halten Prof. Dr.-Ing. Uta Hassler, Lehrstuhl für Denkmalpflege und Bauforschung an der Universität Dortmund und Mitglied der Jury des Deutschen Umweltpreises, die auf Klaus Steilmann Prof. Jan-Olaf Willums, Präsident der Foundation for Business and Sustainable Development, Genf, und ebenfalls Mitglied der Jury des Deutschen Umweltpreises. Danach überreicht Bundespräsident Johannes Rau die Urkunden an die neuen Preisträger.
Professor Dr. Wilhelm Barthlott und Klaus Steilmann werden im Anschluss an die Übergabe der Urkunden zu den rund 1.300 geladenen Gästen in der neuen weimarhalle sprechen bevor Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Umweltstiftung, den Festakt beschließen wird. Musikalisch umrahmt wird die siebte Verleihung des Deutschen Umweltpreises von der Staatskapelle Weimar, dem Opernchor des Deutschen NationalTheaters Weimar sowie dem Philharmonischen Chor Weimar.
Mit der Vergabe des Deutschen Umweltpreises will die unabhängige Stiftung, die seit Aufnahme ihrer Fördertätigkeit am 1. März 1991 in über 3.300 innovative Umweltschutzprojekte über 1,45 Milliarden Mark investiert hat, "Einsatz und Leistungen auszeichnen, die entscheidend und in vorbildlicher Weise zum Schutz und zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden", wie es in den entsprechenden Leitlinien heißt. Die Auszeichnung soll Personen, Unternehmen und Organisationen "anstiften", Umweltprobleme rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Strategien schon im Vorfeld zu entschärfen.