05.06.2000 | Vier neue Broschüren präsentieren Beispiele und Tipps zum Umweltschutz

Bundesstiftung vertieft Schwerpunkte "Bauen und Wohnen", "Energie" und "Bekleidung" ihres EXPO-Engagements - "Weltweite Projekte"

Osnabrück. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) will über die EXPO hinaus breit über die Möglichkeiten des vorsorgenden Umweltschutzes durch mitdenkende, mittelständische Unternehmen informieren und zur Nachahmung anregen. Zum "Tag der Umwelt" präsentierte sie am heutigen Montag drei neue Broschüren, die zu den Themen "Bauen und Wohnen", "Energie" und "Bekleidung" intelligente Lösungen aufzeigen, umweltschonender und kostensparender zu produzieren - und dennoch die Interessen der Verbraucher im Auge zu haben. Die Themen stehen auch im Blickpunkt des Stiftungsengagements im EXPO-Themenpark Umwelt, mit dem sie einem Millionenpublikum ihren Beitrag zu einer ökologisch, ökonomisch und sozial-verträglichen Entwicklung präsentiert. Eine vierte, ebenfalls neue Broschüre stellt "Weltweite Projekte" der EXPO vor, an denen die Stiftung beteiligt ist.

Bei der Präsentation betonte Generalsekretär Fritz Brickwedde, die Broschüren zeigten innovative Beispiele aus der Förderarbeit der Stiftung, in der vor allem kleine und mittlere Unternehmen als Ideenträger für alternative Wege des produktionsintegrierten Umweltschutzes im Blickpunkt stünden. Dabei könnten vor allem die (Mode-) Verbraucher oder private Bauherren aus diesen Beispielen wichtige Informationen für ihr eigenes Handeln ziehen. Schließlich habe sich die Stiftung bewusst sowohl in ihrem EXPO-Engagement als auch in der Themenwahl für die neuen Broschüren auf verbrauchernahe Inhalte konzentriert.

In der Broschüre "Bekleidung" präsentiert die Stiftung auf 28 Seiten sieben Beispiele aus ihrer Arbeit, etwa ein Projekt der Küsters Prozesstechnik (Krefeld). Die Firma entwickelte ein computergestütztes Dosierverfahren, mit dem für die Veredelung von Textilien auch nur so viele Chemikalien verwendet wie gebraucht werden. So wird das bearbeitete Material genauso filzfrei und griffest, aber Wasserbedarf und Abwasserbelastungen werden verringert - und damit auch Kosten gespart. Wertvolle Tipps und Hinweise zu Kauf, Nutzung und Entsorgung von Textilien runden das inhaltliche Programm ab. So empfiehlt die Stiftung etwa, beim Kauf von Textilien auf das Öko-Tex-Label zu achten. Dadurch könne man sicher gehen, dass ein Kleidungsstück einem Schadstofftest unterworfen wurde und gesundheitlich unbedenklich ist.

Auch beim Bauen gebe es für Profis wie Heimwerker viele Möglichkeiten, Umweltbelastungen zu vermeiden: in der Planungsphase, bei der Auswahl von Baustoffen und bei der Optimierung von Gebäude. Auf 28 Seiten stellt die Stiftung dazu in der Broschüre "Bauen und Wohnen" acht Modellprojekte vor. Zum Beispiel entwickelte die Universität Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Edition AUM eine Computersoftware für Architekten, die die Berechnung von Bau- und Betriebskosten, Energie- und Wasserverbrauch und Umweltbelastungen eines Gebäudes bereits bei der Planung berechnet. Die Stiftung zeigt in dieser Broschüre unter anderem auch ihr Förderprojekt der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Groß Lengden (Niedersachsen). Ein 150 Jahre altes Fachwerkhaus wurde nach neuesten Umwelt- und Energiestandards umgebaut. Es ist eines der ersten Niedrigenergie-Fachwerkhäuser in Deutschland und wird heute als Kindergarten genutzt. Auch hier runden wichtige Informationen rund um das Thema ökologisches Bauen das inhaltliche Konzept der Broschüre ab.

Von hoher Bedeutung für den Umweltschutz sind auch Fragen der Energienutzung. Die Stiftung dokumentiert in der Broschüre "Energie" auf 28 Seiten durch acht Förderprojekte, wie Energie sparsamer und erneuerbare Energie verstärkt genutzt werden kann. Es soll deutlich werden, dass erneuerbare Energien neue Wege für die Versorgung der Bürger wiesen und weniger Energieverbrauch nicht weniger Komfort bedeuten muss. In der energieökologische Modellstadt Ostritz (Sachsen) zum Beispiel werden alle 3.500 Einwohner mit Strom und Wärme aus Wind- und Sonnenenergie, Wasserkraft, Holz und Pflanzenöl versorgt.

Bestandteil auch dieser Broschüre sind allgemeine Hinweise über die grundsätzliche Bedeutung erneuerbarer Energien und konkrete Verbrauchertipps. So weist die Stiftung darauf hin, dass in Deutschland durch den Leerlaufbetrieb von Elektrogeräten jährlich rund zwei Milliarden Mark für unnötige Stromkosten vergeudet werden. Ein umweltbewusster Durchschnittshaushalt könne durch geeignete Vorbeugemaßnahmen im Jahr 130 Mark sparen.

Auf insgesamt 84 Seiten stellt die Stiftung in der Broschüre "Weltweite EXPO-Projekte - Beispiele aus Deutschland" 37 Modellvorhaben vor, die maßgeblich von ihr gefördert wurden. Ob es um die Solarregion Freiburg geht, die sich und das Thema erneuerbare Energien bei der EXPO mit finanzieller Unterstützung der Stiftung auch im Themenpark Energie präsentiert, um die Bedeutung des Bodens als Nahrungsquelle, Wasserfilter oder Schadstoffpuffer, wie sie in der Stadt Osnabrück und den Landkreisen Osnabrück, Grafschaft Bentheim, Emsland, Vechta und Cloppenburg in verschiedenartiger Form aufgearbeitet wird oder um die vom Braunkohletagebau und der chemischen Industrie geprägte Region Dessau, Bitterfeld, Wittenberg, in der der notwendige Strukturwandel gemeinsam mit möglichst vielen Akteuren ökologisch orientiert gestaltet werden soll - zahlreiche Beispiele zeigen, wie die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gemeistert werden und nachhaltige Wirkung zeigen können.

Die neuen Broschüren können bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, An der Bornau 2, 49090 Osnabrück, Telefon 0541/9633-411, Fax 0541/9633-194, kostenlos angefordert werden.