Augsburg. "Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass sich die Region Bayerisch-Schwaben weiterentwickelt zu einer Kompetenzregion für den modernen Umweltschutz in Deutschland. Dabei setzen wir gerade auf die Innovationskraft der kleinen und mittleren Unternehmen. Sie zu stützen, betrachten wir als wesentliche Aufgabe unserer Stiftung. Insofern bin ich froh, erneut über 650.000 Mark Fördergelder für diesen Zweck zur Verfügung stellen zu können." - Mit diesen Worten überreichte heute Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück), die Bewilligungsschreiben für zwei neue Förderprojekte an die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Augsburg und Schwaben und an die Augsburger Firma Dr. Grandel. Rund 30 Millionen Mark hat die Stiftung damit seit ihrer Gründung 1990 in fast 50 Projekte der Region gesteckt.
Vor Medienvertretern in Augsburg ging Brickwedde auf Einzelheiten der neuen Modellprojekte ein. So solle mit Hilfe der Stiftung an der Augsburger IHK ein vierköpfiges Projektteam entstehen, das durch beispielhafte Maßnahmen der Umweltkommunikation kleine und mittelständische Unternehmen beraten und fit machen will, unter Nutzung öffentlicher Förderinstrumente innovative Produkte und Dienstleistungen in der Umwelttechnologie am Markt anzubieten. Zur Umsetzung dieses Zieles wird eine zusätzliche Projektmanagerin in Augsburg eingestellt, die die vorhandenen Kapazitäten von KUMAS, IHK und Umwelttechnologischem Gründerzentrum (UTG) unterstützen soll.
Gerade durch moderne Medien wie Internet und E-Mail, durch neue Modelle der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sollten bestehende Beratungsprogramme ausgeweitet und eine Wissensbasis geschaffen werden, die die Unternehmen wettbewerbsfähig halte und zukunftsweisende Arbeitsplätze sichere. Beteiligt an dem durch die Stiftung mit 195.000 Mark geförderten Projekt - das bundesweit als Modell dienen soll - ist neben der IHK auch der Förderverein Kompetenzzentrum Umwelt Augsburg-Schwaben (KUMAS).
Wie Unternehmen Innovationen vorantreiben können, verdeutlichte Brickwedde an einem ebenfalls gerade mit knapp 460.000 Mark bewilligten Kooperationsprojekt der Dr. Grandel GmbH mit dem Bayerischen Institut für Abfallforschung (beide Augsburg). In ihm geht es um die Frage, ob Altkosmetika auf Naturstoffbasis als Alternative zur Verbrennung oder Deponierung in Vergärungsanlagen für Bioabfall entsorgt werden können, ohne dass das auf die Qualität von Kompost, Biogas oder Abwasser negative Auswirkungen hat. Gleichzeitig sollen Kosmetikverpackungen aus Glas, Aluminium, Pappe und Kunststoffen so sortenrein getrennt werden, dass sie wieder in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden können.
Immerhin fielen allein in Bayern jährlich rund 1.000 Tonnen verpackte Altkosmetika an, die aufwendig und teuer entsorgt werden müssten. Ihre biologische Abbaubarkeit solle in dem Modellpro-jekt am Beispiel von zehn ausgewählten organischen Kosmetikinhaltstoffen geprüft werden. Ergänzt werden sollten die Untersuchungen durch Versuche an drei kontinuierlich betriebenen Laborreaktoren, die mit reinem Bioabfall, reinem Kosmetikabfall sowie einer Mischung aus beiden Abfällen betrieben werden.
Die Dr. Grandel GmbH sei auch beteiligt an einem weiteren bewilligten Stiftungsprojekt der Green IT GmbH in Konstanz, einer Unternehmensausgründung der Universität Hohenheim. Mit fast 1,4 Millionen Mark fördert die größte Umweltstiftung Europas eine schnelle und möglichst flächende-ckende Verbreitung auf elektronischer Datenverarbeitung basierender Instrumente des Umweltmanagements in kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Sie sollen sie in die Lage versetzen, die Entscheidungsträger im Einkauf, Controlling und Umweltmanagement, in der Produktion, Produktentwicklung und Technik kostengünstiger mit allen wichtigen umweltbezogenen Informationen zu versorgen. Dadurch sollten Umweltbelastungen vermieden werden - bei gleichzeitiger Steigerung der Wirtschaftskraft von Unternehmen.