Osnabrück. "Durch die vielen Kooperationen zwischen mittelständischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen konnte ein wirkungsvoller Beitrag zum Technologietransfer auf dem Gebiet der Bioabfallverwertung geleistet werden. Unser Engagement wird auch zukünftig nicht nachlassen, diesem zentralen Umweltthema die notwendige Aufmerksamkeit zu widmen." - Mit diesen Worten betonte heute in Osnabrück Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutsche Bundestiftung Umwelt, die Bedeutung einer umweltgerechten Entsorgung der rund 400 Millionen Tonnen organischer Abfälle, die jährlich in Deutschland entstehen. Im Rahmen eines Fachkongresses zum "Förderschwerpunkt Bioabfallverwertung" der Stiftung diskutieren zur Zeit über 200 Experten aus der gesamten Republik praxisorientierte Wege, dieser Abfallmengen umweltverträglich Herr zu werden. Rund 25 Millionen Mark hat die größte Umweltstiftung Europas bisher in 47 Projekte zu diesem Themenkomplex investiert.
Brickwedde unterstrich heute zur Eröffnung des Kongresses, die Verwertung biogener Reststoffe biete im Rahmen einer modernen, umweltentlastenden Kreislaufwirtschaft vielfältige Möglichkeiten, Stoffkreisläufe zu schließen. Dabei gelte es zu berücksichtigen, daß das Aufkommen an Bioabfällen im Gegensatz zu Reststoffen anderer Herkunft nicht zu verringern sei, weshalb es der Entwicklung und Optimierung umweltgerechter Strategien zur Verwertung dieser Abfälle bedürfe. Die Stiftung sei dem mit der Einrichtung eines eigenen Fachreferates in der Abteilung Umweltforschung und der Einrichtung eines "Förderschwerpunkts Bioabfallverwertung" im Jahr 1995 nachgekommen.
Damit angesprochen worden seien, so Brickwedde weiter, kleine und mittlere Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen und Verbände, die auf dem Gebiet der Weiterverarbeitung biogener Abfälle, der Substratherstellung und -verwendung entsprechender Produkte auf der Abnehmerseite sowie im Bereich Anlagentechnik, Wissensvermittlung und Beratung tätig sind. Von den mehr als 300 eingereichten Projektskizzen seien dann 47 Projekte mit rund 25 Millionen Mark unterstützt worden. Einige dieser Vorhaben stünden bereits vor dem Abschluß, andere begännen nun mit der zweiten Projektphase. Brickwedde: "Aber schon jetzt kann der Verlauf der Projekte als sehr zufriedenstellend bezeichnet werden." Seien doch durch diesen Förderschwerpunkt der Stiftung für die Praxis - zum Beispiel für Anlagenbauer und -betreiber, Betriebe des Land- und Gartenbaus, Beratungseinrichtungen, Kommunen, Behörden, Erden- und Substrathersteller oder Verbände - bedeutsame und interessante Erkenntnisse gewonnen worden.
Nach einem Expertengespräch in diesem Jahr, bei dem die bisherigen Ergebnisse im Förderschwerpunkt ausgewertet worden waren, sei vor dem Hintergrund aktueller Erfahrungen und Probleme aus der Praxis eine Überarbeitung der Themenbereiche beschlossen worden. Besonderes Augenmerk soll der Entwicklung und Anwendung neuer Produkte auf der Basis biogener Reststoffe geschenkt werden. Dabei sollen unter Einbeziehung potentieller Abnehmer von Komposten und Substraten Verfahren und Methoden für eine anwenderbezogene, zielgerichtete Produktherstellung entwickelt werden.
Weitere Informationen sowie der Ausschreibungstext zum Förderschwerpunkt können bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Stichwort "Schwerpunkt Bioabfallverwertung", Postfach 1705, 49007 Osnabrück angefordert werden.
Hinweis an die Redaktionen: Eine Übersicht über die bisher im Förderschwerpunkt geförderten Projekte kann in der Pressestelle der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Telefon 0541/9633-520, Fax 0541/9633-198, e-mail fg.elpers@dbu.de, angefordert werden.