10.08.1999 | Netzwerke über umweltbedingte Kinderkrankheiten knüpfen

Dokumentations- und Informationsstellen in Osnabrück arbeiten erfolgreich an elektronischen Netzwerken im Internet - Umweltstiftung fördert

Osnabrück. "Allergien weiter auf dem Vormarsch" - so lauten immer wieder die Schlagzeilen in den Zeitungen. Gerade die Kleinsten und Schwächsten unserer Gesellschaft - unsere Kinder - leiden zunehmend unter ihnen. Um Behörden, behandelnde Ärzte und Selbsthilfeorganisationen und damit indirekt Eltern und Kinder optimal zu informieren, baut die Dokumentations- und Informationsstelle für Allergiefragen im Kindes- und Jugendalter (DISA) ein umfangreiches Netzwerk auf. Plattform für Anfragen, Diskussionen und den Informationsaustausch ist das EDV-gestützte Kommunikationssystem ALLINFO (Allergieinformationssystem), das im Internet unter www.disa.de für jedermann zu erreichen ist.

Zumeist junge Eltern mit Kleinkindern sind besorgt und verunsichert über die gesundheitlichen Auswirkungen chemischer Stoffe und physikalischer Kräfte auf den Nachwuchs, so Pressesprecher Franz-Georg Elpers von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück. Doch auch der beratende Kinderarzt sei von der Fülle möglicher Schadstoffe oftmals schlicht überfordert: Auch wenn er ausgebildeter Toxikologe wäre, könnte er nicht sagen, welche gesundheitlichen Langzeitwirkungen von neuen Stoffen in fünf oder zehn Jahren zu erwarten sind. Die vorhandenen Informationen seien in der Regel unzureichend, kontrovers und auf zu viele Orte verteilt.

Um dieses Informationsdefizit zu beseitigen und das vorhandene Wissen zu sammeln und zu strukturieren, begann die Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin vor acht Jahren mit dem Aufbau einer Dokumentations- und Informationsstelle für Umweltfragen (DISU) in Osnabrück. Sie wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt.

Die DISU hat die Aufgabe, die vorhandenen Informationen und Publikationen zu sichten und zusammenzustellen. Zusätzlich gibt sie individuelle Auskünfte an anfragende Institutionen und Personen, vor allem Kliniken und Kinderärzte, ab. Die Mitarbeiter der DISU können auch Stellungnahmen und Gutachten zu umweltmedizinischen Fragen abgeben und haben dadurch schon oft zur Aufklärung und Versachlichung der öffentlichen Diskussion über bestimmte Schadstoffe beigetragen.

Gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut baut die DISU zur Zeit ein elektronisches Netzwerk auf, das sogenannte "Umweltmedizinische Informationsforum". Diesem System sind Bundesinstitute, der öffentliche Gesundheitsdienst, Forschungsinstitute der Universitäten sowie zahlreiche Ärzte angeschlossen. Das Informationsforum erlaubt unter anderem, umweltmedizinische und ökologische Sachinformationen abzufragen und einzugeben oder Zugang zu Experten zu suchen. Eine besondere "Hilferufe"-Funktion erlaubt die schnelle Hilfe in dringenden und wichtigen Fällen. Auch interessierte Laien können sich im Internet unter www.uminfo.de umsehen.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt - eine der größten Stiftungen in Europa - fördert seit 1991 innovative und beispielhafte Projekte zum Umweltschutz. In der Zeit ihres Bestehens hat sie mehr als 3.200 Projekte mit über 1,45 Milliarden Mark finanziell unterstützt. Besonders herausragende Leistungen werden alljährlich mit dem Deutschen Umweltpreis prämiert, der mit einer Million Mark dotiert ist.