11.06.1999 | Historisches Wasserbecken im Belvedere in Potsdam: Umweltschäden werden beseitigt, Bestand ist gesichert

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) fördert Modellsanierung mit fast 200.000 Mark - Anerkennung für Fördervereins-Initiative

Potsdam / Osnabrück. Gesichert ist seit heute der Erhalt des historischen Wasserbeckens im Belvedere auf dem Pfingstberg in Potsdam. Mit knapp 200.000 Mark fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, die Entwicklung und Anwendung neuer Verfahren, mit denen die Originalsubstanz und Funktionsfähigkeit dieses bauhistorisch bedeutenden Teils der Weltkulturerbestadt Potsdam gesichert werden soll. Umwelteinflüsse hatten das Becken stark in Mitleidenschaft gezogen. Aus der Hand von Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Umweltstiftung, nahm heute Prof. Dr. Hans-Joachim Giersberg von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Anwesenheit von Oberbürgermeister Matthias Platzeck ein Bewilligungsschreiben in Empfang. Fast 620.000 Mark werden die Arbeiten kosten.

Vor Journalisten erläuterte Brickwedde heute Einzelheiten dieses Projektes. Oberbürgermeister Platzeck habe ihn auf das Projekt aufmerksam gemacht und um Hilfe gebeten. Alle Fontänen in den Potsdamer Gärten, die Mitte des 19. Jahrhundert von Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. im italienischen Stil errichtet worden waren, würden mit Havelwasser betrieben. Die Havel aber führe nicht nur erhebliche Mengen bauschädigender Salze mit sich. Durch die Einleitung von Industrie- und Fäkalienabwässern gelte sie in den letzten Jahrzehnten als hoch belastet.

Das und die schadstoffreichen Niederschläge um Potsdam hätten die Zementputz-dichtungen abgesprengt und dem Wetter im Jahreszeitenwechsel reichlich Angriffsfläche für sein zerstörerisches Wirken geboten. Undichtigkeiten seien die zwangsläufige Folge gewesen; der Bestand sei akut gefährdet.

Mit neuen Verfahren solle das historische Wasserbecken nun saniert werden. Dazu müsse ein spezieller Mörtel entwickelt und aufgebracht werden. Die so gefundenen Ergebnisse könnten dann auch auf andere Brunnenanlagen und Fontänen übertragen werden. Brickwedde: "Wir freuen uns, helfen zu können. Wir freuen uns aber auch, daß weitere 420.000 Mark über die Eigeninitiative eines Fördervereins aufgebracht werden."