29.04.1999 | "Pfiffige Lösungen von Umweltpionieren einem Millionenpublikum demonstrieren"

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) engagiert sich im EXPO-Themenpark "Umwelt: Landschaft, Klima" mit beispielhaften Projekten

Hannover / Osnabrück. "Umweltpioniere aus mittelständischen Unternehmen liefern täglich pfiffige Lösungen, mit denen schon beim Herstellen ihrer Produkte die Umwelt geschont wird. Wir helfen ihnen dabei. Der EXPO-Themenpark kann ein Millionenpublikum durch Beispiele überzeugen von den Möglichkeiten des produktionsintegrierten Umweltschutzes. Diese Chance wollen wir nutzen." - Mit diesen Worten erläuterte heute in Hamburg Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, das Engagement der Stiftung für den Themenpark der EXPO 2000. Insgesamt zehn Millionen Mark investiert die größte Umweltstiftung Europas, um zum Einzelthema "Umwelt: Landschaft, Klima" aus ihrer Fördertätigkeit Möglichkeiten des Umweltschutzes hautnah zu präsentieren. Für die EXPO insgesamt engagiert sie sich mit 25 Millionen Mark.

Viele Produkte des täglichen Lebens verursachten negative Auswirkungen auf die Umwelt bei Herstellung oder Gebrauch. Dabei müsse man den gesamten "Lebensweg" betrachten von der "Wiege" bis zur "Bahre". Entlang dieses Weges gebe es zahlreiche Ansätze, Umweltbelastungen zu vermeiden oder zumindest zu verringern. Der Themenpark biete die Chance, das handfest und konkret zu demonstrieren.

Die Stiftung habe sich Themen aus dem Alltag der EXPO-Besucher ausgesucht: Bekleidung, Bauen und Energie. Jede Phase des Produktionsprozesses eines Kleidungsstückes könne Auswirkungen auf die Umwelt haben: vom Anbau der Fasern über Herstellung, Färbung und Veredlung der Stoffe bis zu ihrer Entsorgung. Die Stiftung werde bei der EXPO aus ihrer Förderarbeit zeigen, wie Umweltentlastung in jedem einzelnen Produktionsschritt funktioniere. So präsentiere sie ein Projekt der Küsters Prozeßtechnik (Krefeld). Die Firma habe ein computergestütztes Dosierverfahren entwickelt, mit dem für die Veredelung von Textilien auch nur so viele Chemikalien verwendet wie gebraucht würden. So werde das bearbeitete Material genauso filzfrei und griffest, aber Wasserbedarf und Abwasserbelastungen würden verringert - und damit auch Kosten gespart.

Auch beim Bauen gebe es viele Möglichkeiten, Umweltbelastungen zu vermeiden: in der Planungsphase, bei der Auswahl von Baustoffen und bei der Optimierung von Gebäude. Hier werde die Stiftung im Themenpark der EXPO ihr Förderprojekt der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Groß Lengden (Niedersachsen) vorstellen. Aus einem 150 Jahre alten Fachwerkhaus sei dort eines der ersten Niedrigenergiehäuser Deutschlands entstanden und werde heute als Kindergarten genutzt. Erreicht worden sei das durch: Sanierung der Bausubstanz und Erneuerung etwa der Heizungsanlage; Wärmedämmung von Dach, Fußboden und Wänden; Schaffen einer luftdichten Gebäudehülle und Einbau einer Lüftungsanlage.

Von hoher Bedeutung für den Umweltschutz seien auch Fragen der Energienutzung. Die Stiftung wolle im Themenpark der EXPO dokumentieren, wie Energie sparsamer und erneuerbare Energie verstärkt genutzt werden könne. Es solle deutlich werden, daß erneuerbare Energien neue Wege für die Versorgung der Bürger weisen und weniger Energieverbrauch nicht weniger Komfort bedeuten müsse. Plastisch werde das im Themenpark der EXPO durch die energieökologische Modellstadt Ostritz (Sachsen). Hier würden alle 3.500 Einwohner mit Strom und Wärme aus Wind- und Sonnenenergie, Wasserkraft, Holz und Pflanzenöl versorgt. Und nicht nur das: Über das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal im Ort würden gleichzeitig Seminare zu Energiethemen durchgeführt und damit ein Beitrag geleistet zu einer Wissensvermittlung über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Beispiele wie diese sollten Schule machen. Brickwedde: "Wir werden im Themenpark die ‚Leuchttürme des Umweltschutzes‘ zeigen. Und wir werden zeigen, daß auch sie nur aus ersten, zaghaften Ideen entstanden sind."