12.12.1997 | Umweltstiftung im Spiegelbild der Projektpartner: versiert und engagiert

Marktforschungsinstitut Produkt + Markt legte Ergebnisse einer unabhängigen empirischen Studie vor

Osnabrück. Die 1990 gegründete Deutschen Bundestiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück, die in den Bereichen Umwelttechnik, -forschung und -bildung innovative, zukunftsweisende und nachhaltige Umweltschutzprojekte unterstützt und mittlerweile fast 2.600 Projekte mit von rund 1,2 Milliarden Mark gefördert hat, ist auf einem "beachtlich positiven Weg". Wie Professor Dr. Josef Reichert, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Produkt + Markt (Wallenhorst), als Ergebnis einer von der Stiftung in Auftrag gegebenen, unabhängigen empirischen Studie herausstellte, werde die Stiftung von ihren Partnern als "engagierter, fachlich qualifizierter Dienstleister in Sachen Umweltschutz" verstanden, der im Vergleich mit anderen Förderinstitutionen deutlich besser abschneide. Reichert: "Und das erstaunlicherweise sogar bei den Firmen, Forschungseinrichtungen und Vereinen, deren Anträge abgelehnt worden sind."

Vor Medienvertretern in Osnabrück war Reichert auf Einzelheiten seiner Arbeit eingegangen, für die sein Institut bei 308 Projektpartnern der Stiftung und 93 Institutionen, deren Anträge nicht bewilligt worden waren, recherchiert hatte. Die Befragten waren allein von dem Marktforschungsinstitut ausgewählt worden. 86 Prozent von ihnen hätten bereits Erfahrungen mit anderen Förderinstitutionen gehabt. Mehr als die Hälfte (51 %) beurteilten die Arbeit der Umweltstiftung besser als die anderer Förderinstitutionen (35 % neutral, 11 % schlechter, 3 % keine Angabe), bei den Unternehmen, der Hauptzielgruppe der Stiftung, sogar 53 Prozent (31 % gleich, 12 % schlechter, 4 % keine Angabe). Auch hinsichtlich der Beurteilung ihrer fachlichen Kompetenz im Vergleich könne die Stiftung sehr zufrieden sein, würde die doch von fast jedem Dritten (31 %) höher bewertet (54 % neutral, 8 % schlechter, 7 % keine Angabe).

Auch singulär betrachtet könne sich die Stiftung mit der externen Beurteilung mehr als gut sehen lassen. Fast zwei Drittel der Befragten (62 %) bezeichneten die Mitarbeiter als flexibel und unbürokratisch, vier von fünf Befragten (79 %) sähen die Mitarbeiter als engagiert an. Als entgegenkommend und hilfsbereit beurteilten 84 Prozent die Stiftungsmitarbeiter. 71 Prozent bescheinigten ihnen fachliche Kompetenz mit einer hohen Kommunikationsfähigkeit, ebenfalls 71 Prozent lobten die unkomplizierte finanzielle Abwicklung insgesamt in der Stiftung.

76 Prozent bewerteten die Arbeit der Stiftung insgesamt als positiv (neutral 13 %, negativ 7 %, keine Angabe 4 %). Fast jeder Zweite (47 %) der Befragten halte die Anforderungen der Stiftung an die Bewilligung von Fördermitteln für leicht leistbar (15 % schwer oder nicht leistbar), die Schnelligkeit bei der Beurteilung eines Antrages werde von 40 Prozent positiv bewertet (27 % neutral, 31 % negativ, 2 % keine Angabe). Dies zeige jedoch, daß ein Teil der Projektpartner Probleme mit der derzeitigen Bearbeitungsdauer der Anträge bis zur Bewilligung bzw Ablehnung habe. Sie wünschen sich eine Bearbeitungszeit von maximal sechs Monaten, über die Hälfte dieser Gruppe (55 %) sogar von maximal drei Monaten. Hier sähen auch 41 Prozent die größten Möglichkeiten, die Arbeit weiter zu optimieren. Wenn also, so Reichert, bei der Befragung Verbesserungsmöglichkeiten für die Stiftung auszumachen seien, dann in diesem Bereich.

An diesem Punkt werde auch, betonte Projektleiter Michael Dittrich, die selbstkritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Studie in der Stiftung beginnen. Die offenbar von einem Teil der Projektpartner als zu lang empfundene Bearbeitungsdauer sei allerdings von einigen fixen Faktoren bestimmt. So schalte die Stiftung regelmäßg externe Gutachter zur Bewertung der Projekte ein und stelle die Ergebnisse meist auch den Projektpartnern zur Verfügung. Sie könnten dann auf Einwände und Kritik anworten. Dieser fachliche Dialog erhöhe einerseits in vielen Fällen die Qualität der Vorhaben, verlängere andererseits aber die Bearbeitungszeit. Dittrich: "Wir werden die Ergebnisse der Studie jetzt intensiv diskutieren und beraten, welche Optimierungen in unserer Projektarbeit möglich sind."