22.08.1997 | Deutscher Umweltpreis wird in diesem Jahr in Bonn verliehen

Mit 1.000.000 Mark höchstdotierter Umweltpreis Europas wird am 9. November in der Bundeskunsthalle zum fünftenmal vergeben

Osnabrück/Bonn. Der Deutsche Umweltpreis - mit einer Million Mark höchstdotierter Umweltpreis Europas - wird 1997 in Bonn verliehen. Das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, unter Vorsitz von Bundesbankpräsident Professor Dr. Hans Tietmeyer beschloß, die bisher viermal vergebene Auszeichnung am 9. November im Rahmen eines Festaktes in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland an den oder die neuen Preisträger zu überreichen. 1993 war der Preis der 1990 gegründeten Stiftung erstmals in Berlin, 1994 in Dresden, 1995 in München, im Vorjahr in Hamburg verliehen worden.

Mit der Vergabe des Deutschen Umweltpreises will die unabhängige Stiftung "Einsatz und Leistungen auszeichnen, die entscheidend und in vorbildlicher Weise zum Schutz und zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden", wie es die entsprechenden Leitlinien vorsehen. Die Auszeichnung soll Personen, Unternehmen und Organisationen "anstiften", Umweltprobleme rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Strategien schon im Vorfeld zu entschärfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung, die seit Aufnahme ihrer Fördertätigkeit am 1. März 1991 in über 2.000 innovative Umweltschutzprojekte mehr als eine Milliarde Mark investiert hat.

Bei der ersten Vergabe des Deutschen Umweltpreises 1993 wurde die sächsische Firma Foron für die Entwicklung des ersten fluorchlorkohlenwasserstoff- und fluorkohlenwasserstofffreien (FCKW und FKW) Kühlschrankes ausgezeichnet. Zweiter Preisträger 1993 war der Münchner Ökologieprofessor Dr. Wolfgang Haber, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. 1994 wurden das ökologische Musterdorf Wulkow in Brandenburg, die Umweltinitiativen der ostwestfälischen Wirtschaft sowie die Ozonforscher Professor Dr. Paul J. Crutzen - 1995 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet - und Dr. Frank Arnold in der Dresdner Semperoper geehrt. 1995 wurden als "Pioniere des Umweltmanagements" die Unternehmer Klaus Günther aus Lengerich in Westfalen und Dr. Georg Winter aus Hamburg ausgezeichnet. 1996 wurden der polnischen Wissenschaftler, Politiker und Ökologe Professor Dr. Maciej Nowicki in Würdigung seines Lebenswerkes sowie die Firma Wilkhahn Wilkening & Hahne aus dem niedersächsischen Bad Münder für das erfolgreiche Praktizieren moderner Methoden des Ökocontrolling ausgezeichnet.

Nach Abschluß des Ausschreibungsverfahrens, bei dem Vertreter gesellschaftlich relevanter Institutionen und Verbände ihre Favoriten für den Deutschen Umweltpreis 1997 nominieren konnten, liegen insgesamt über 100 Vorschläge vor. Eine unabhängige Fachjury prüft alle eingegangenen Vorschläge, bevor das Kuratorium der Stiftung entscheiden und der Preis dann im Herbst 1997 in Bonn verliehen werden wird.