Goldenstedt/Osnabrück. Das "Haus im Moor" als Mittelpunkt des Naturschutz- und Umweltzentrums (NIZ) in Goldenstedt, ein vier Hektar großer Moorerlebnispfad, das sogenannte "Moorbioskopon", ein dreigeschossiger Holzturm, von dem aus Besucher die Tiere des Moores beobachten und das Moor als Lebensraum entdecken können - das Konzept des NIZ ist umfassend und bezieht alle Bereiche des Moorschutzes ein. Im Städtedreieck von Osnabrück, Bremen und Oldenburg gelegen, zieht es jährlich 25.000 Besucher an. "Die Umweltstiftung war schnell von diesem Konzept überzeugt und entschloss sich, das NIZ zu fördern", erläuterte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, auf der Jubiläumsfeier im Beisein von Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels und Willibald Meyer, Vorsitzender des Fördervereins Goldenstedter Moor. Mit 400.000 Euro habe man mehrere Projekte des NIZ unterstützt, darunter auch eine Wanderausstellung "Moor erleben - Moor schützen. Eine Landschaft geht auf Reisen", mit der die Ziele des NIZ verbreitet wurden.
Das NIZ stellt auch die Renaturierung abgetorfter Hochmoorflächen unter das Motto "Moor erleben - Moor schützen". "Nur wer das Moor hier vor Ort erlebt hat, kann nachvollziehen, welche einzigartige Landschaft verloren ginge, würde man den Torf hier völlig abbauen", sagte Meyer. Daher schicke man die Besucher anderthalb Stunden mit einer alten Moorbahn durch die Landschaft, um die Schönheit auch Stadtmenschen vor Augen zu führen. "Was der Mensch binnen kurzer Zeit beim Abtorfen zerstört, hat sich über Jahrhunderte aufgebaut", mahnte Meyer. So wachse eine Torfschicht nur um ein bis zwei Millimeter pro Jahr.
Das NIZ habe in den vergangenen zehn Jahren viel für ein Bewusstsein der wichtigen Rolle, die Moorlandschaften zur Erhaltung der Artenvielfalt besäßen, beigetragen. "Die Besucher können hier vor Ort erleben, was eine moortypische Landschaft ausmacht. Die wenigsten kennen die Pflanzen und Tiere, die hier leben", erläuterte Brickwedde. Vor allem der Vergleich von abgetorften und im Artenreichtum verarmten Flächen mit unberührten oder wiedervernässten Flächen hebe die Bedeutung der Arbeit des NIZ hervor.
Das Jubiläum wurde auf dem Gelände des NIZ mit einem großen Umwelt- und Informationsmarkt begangen. Zahlreiche Aussteller aus der Region werden ihre Waren den Besuchern anbieten, Umweltzentren, -gruppen und -verbände ihre Arbeit vorstellen. Moorbahnfahrten, Vorführungen von Schafscherern, die Demonstration von Torfabbau und naturkundliche Führungen runden des Programm ab. Dabei komme neben aller Information auch das leibliche Wohl nicht zu kurz: Die Moorbauern-Küche des "Hauses im Moor" biete typische Spezialitäten wie Buchweizenpfannekuchen und -torte.