17.12.1996 | "Rettung für Hofstaat des Großmoguls?

Emailarbeiten im Grünen Gewölbe in Dresden sollen vor endgültigem Verlust bewahrt werden - 1,2 Millionen Mark Förderung aus Osnabrück

Dresden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, wird einen weiteren Beitrag leisten zur Sicherung einer der bedeutendsten Arbeiten aus Email in Europa, der Juwelierplastiken Johann Jakob Dinglingers im Grünen Gewölbe zu Dresden. Mit einer Fördersumme von über 1,2 Millionen Mark will die Stiftung ein modellhaftes Konservierungskonzept der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Kooperation mit der Bundesanstalt für Materialforschung und dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung in Würzburg unterstützen, das das Abplatzen von Emailschichten stoppen und so einen endgültigen Verlust der Kunstwerke verhindern soll.

Vor Medienvertretern in Dresden betonte heute Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Umweltstiftung, die Emailsammlung, besonders der Hofstaat des Großmoguls, sei Teil des europäischen Kulturerbes und stelle eines der schönsten Kunstwerke des Barock dar. Seit Jahren werde aber beobachtet, daß Emailschichten abplatzten und so die einzigartigen Kunstwerke für immer verloren zu gehen drohten. In einem Vorprojekt habe durch die Förderung der Umweltstiftung nachgewiesen werden können, daß besondere Schadstoffbelastungen aus der Luft sowie Schadgase aus den Vitrinen für die Schädigungen verantwortlich seien. Diese Erkenntnisse seien auch für andere Museen wichtig, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hätten.

In einem Fünf-Punkte-Programm sollten nun, so Brickwedde, nach einer detaillierten Schadensanalyse die Aufbewahrungsbedingungen verbessert, die Korrosionsprozesse aufgehalten werden. Die Stiftung, die sich für die Sanierung umweltgeschädigter, national wertvoller Kulturgüter engagiere und in den knapp sechs Jahrens ihres Bestehens in rund 280 Projekte in diesem Bereich über 150 Millionen Mark investiert habe, ermögliche allgemein das Erforschen wichtiger Erkenntnisse für die Aufbewahrungsbedingungen in Museen, die wertvolle Kulturgüter über dieses Modellprojekt hinaus zu sichern helfe.