17.12.1996 | "Abbruch-Altholz: aus Alter und Nutzung Rückschlüsse auf Belastung möglich?"

Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert Untersuchungen im Raum Chemnitz mit 400.000 Mark - Holzschutzmittel besonders im Blickpunkt

Dresden/Zschopau. Zwischen 500.000 und zwei Millionen Tonnen Althölzer fallen in Deutschland jährlich bei Abbrucharbeiten an. Ihre genaue Belastung etwa mit Holzschutzmitteln kann zur Zeit mit preisgünstigen Vor-Ort-Analysemethoden noch nicht ermittelt, die Entsorgungsfrage nicht geklärt werden. Mit über 400.000 Mark fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, Untersuchungen der Firmen intecus, Dresden, und Abbruch und Landschaftsbau, Zschopau, bei denen es darum geht zu klären, inwieweit bei Althölzern, die beim Abriß anfallen, allein schon aus ihrem Nutzungszweck und ihrem Alter Rückschlüsse auf die zu erwartende Belastung und damit auf eventuelle Verwertungsmöglichkeiten gezogen werden können.

Vor Medienvertretern in Dresden ging heute Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Umweltstiftung, auf Einzelheiten dieses Projektes ein. In sechs kontrollierten Rückbaumaßnahmen im Großraum Chemnitz sollen einfache Sortierungskriterien zur Trennung unterschiedlich belasteter Hölzer unter Zuhilfenahme einfacher, schnellanalytischer Methoden getestet werden. Bei den chemisch-analytischen Methoden werde der Schwerpunkt auf Holzschutzmittel gelegt, die in Ostdeutschland eingesetzt wurden.

Es sollen Wohngebäude aus dörflicher oder städtischer Bebauung vor 1900, ein freistehendes Ein- bis Zweifamilienhaus und ein Ein- bis Zweifamilienhaus aus einer durchgängigen Stadtkernbebauung um 1900, ein Mehrfamilienhaus im städtischen Bereich von 1945 und Gesellschaftsbauten wie Behördengebäude nach 1945 untersucht werden.

Sollte sich bei einem solchen Vorgehen herausstellen, daß die Althölzer nach bisheriger Nutzungsart und ihrem Alter zu unterscheiden seien, könne das dann auf gleiche oder ähnliche Objekte direkt übertragen werden, so Brickwedde.