Osnabrück. Städte und Gemeinden nehmen im Umweltschutz eine Schlüsselfunktion ein. Erst durch die konkreten wirtschaftlichen, sozialen oder ökologischen Maßnahmen auf kommunaler Ebene entfalten die umweltpolitischen Vorgaben von Bund und Land ihre Wirkung. Mit jedem Eingriff sind jedoch unmittelbare Einflüsse auf die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger vor Ort verbunden. Zukunftsorientiert betriebener Umweltschutz verlangt daher von den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung nicht nur fachspezifisches Wissen, sondern vor allem auch kooperatives und kommunikatives Know-How. Bislang gibt es kein berufsbegleitendes weiterbildendes Studienangebot, das sich ausschließlich an die Kommunen richtet. Aus diesem Grund fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, mit 1,25 Millionen Mark den Aufbau eines Weiterbildungsstudienganges für die ressortübergreifende Querschnittsaufgabe "Kommunaler Umweltschutz", der im April 1997 an der Universität Lüneburg beginnen wird, wie es jetzt in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Universität und Stiftung heißt.
Fritz Brickwedde Generalsekretär der Stiftung: "Mit dem geplanten Weiterbildungsstudiengang kann eine wichtige Lücke im umweltbezogenen Weiterbildungsmarkt geschlossen werden. Insbesondere im Bereich der umfassenden, systematischen und professionellen Weiterbildung für bereits im Berufsleben stehende Menschen kann mit dem vorgelegten Angebot ein großer Nachholbedarf gedeckt werden." Die Universität Lüneburg zähle zu den jungen Universitäten in Deutschland, die sich durch ein hohes Innovationspotential und eine starke Ausstrahlung in die umliegenden Regionen auszeichne. Sowohl die inhaltliche als auch die pädagogisch-didakti-sche Konzeption des Projektes seien modellhaft und gut durchdacht. Das Projekt stelle damit ein typisches Modellvorhaben dar, das durch einen zeitnahen interdisziplinären Austausch von Wissen zwischen Forschung, Bildung und Praxis gekennzeichnet sei, so Brickwedde.
"Den künftigen Weiterbildungsstudiengang", so Prof. Dr. Hartwig Donner Präsident der Universität Lüneburg, "siedeln wir im neuen Fachbereich Umweltwissenschaften an, durch den bereits der interdisziplinäre Diplom-Studiengang Umweltwissenschaften betreut wird; speziell hierfür sind eine Reihe neuer Professuren eingerichtet worden."
Durch die enge Kooperation der Universität Lüneburg mit Partnerinstitutionen und Dozenten aus der kommunalen Praxis sei eine fundierte Ergänzung und Vertiefung berufsbezogener Kenntnisse und Erfahrungen gewährleistet. In einem dreisemestrigen berufsbegleitenden Studium, das sich in Fernstudienelemente und Präsenzphasen gliedert, werden unter anderem ökologische, technische, rechtliche und ökonomische Studieninhalte vermittelt. Weiterhin spielen psychologische, soziologische und politische Fragen des kommunalen Umweltschutzes eine Rolle, um die häufig unzureichende Vermittlungskompetenz im umweltkommunikativen Bereich zu stärken. Durch die Anwendung des erworbenen Wissens in konkreten Fallbeispielen aus dem eigenen beruflichen Bereich erwerben die Studierenden die notwendige Qualifikation für den souveränen Umgang mit den verschiedenen Instrumentarien und Strategien des kommunalen Umweltschutzes, so Donner.
Das Studienangebot richtet sich vor allem an Berufstätige aus Kommunalverwaltungen, der kommunalen Wirtschaft und der Kommunalpolitik, die unmittelbar mit umweltbezogenen Aufgaben befaßt sind oder damit zu tun haben werden. Daneben sind auch Interessenten angesprochen, die sich neben- oder ehrenamtlich in Verbänden, politischen Gremien oder Bürgerinitiativen mit Umweltfragen befassen. Pro Semester stehen 20 Studienplätze für Interessenten zur Verfügung, die entweder über einen Hochschulabschluß (Universität oder Fachhochschule) verfügen oder eine mindestens zweijährige Berufspraxis im kommunalen Bereich nachweisen können.
Weitere Informationen sind erhältlich bei der Universität Lüneburg, Institut für Umweltwissenschaften, Rotenbleicher Weg 42, 21335 Lüneburg, Tel. 0 41 31 / 714 - 557 oder 714 - 106 / Fax 0 41 31 / 714 - 202.