Osnabrück. Mehrere Projekte zum Wasserschutz zu fördern, beschloß das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, unter Vorsitz von Bundesbankpräsident Prof. Dr. Hans Tietmeyer.
So soll beispielsweise ein neues Verfahren Auskunft über die Auswirkungen von Ausuferungen auf die Ökologie, Bodenfeuchte und Flurabstände in Talauen von Flachland- und Mittelgebirgsgewässern geben. Ein entsprechendes Projekt der Firma Hydrotec Ingenieurgesellschaft für Wasser und Umwelt mbH, Aachen , wird mit rund 246.000 Mark gefördert. Hochwasserschutz könne effektiver geleistet werden, wenn der genaue Einfluß der Auenlandschaften auf den Wasserhaushalt der Oberflächengewässer und des Grundwassers bekannt sei, sagte Generalsekretär Fritz Brickwedde . Bei der Vorstellung verschiedener Nutzungsalternativen von Auenlandschaften kämen naturnahe Hochwasserschutzmaßnahmen oft zu kurz. Diese seien aber in ihrer Rückhaltewirkung in den Auenlandschaften nicht zu unterschätzen.
Mit Hilfe einfacher Bewertungskriterien sei es möglich, die Belange des Hochwasserschutzes, des Naturschutzes und der Landwirtschaft bei einem Vergleich von Alternativen zu berücksichtigen. Wie es in einer Pressemitteilung der größten Umweltstiftung Europas weiter heißt, wird im Rahmen des Projektes ein geeignetes Instrumentarium dazu erarbeitet. Es setze sich unter anderem zusammen aus Leitbildern, standardisierten Bewertungskriterien, Modelltechniken, Arbeitsempfehlungen für den Einsatz dieser Modelltechniken sowie einer Pilotanwendung. Es sei aber nicht allein wichtig, die Beurteilungskriterien bereitzustellen, sondern sie müßten auch dementsprechend gewichtet werden.
Ein anderes Verfahren beschäftigt sich mit dem Nitratabbau im Wasser ohne Zugabe von Chemikalien. Das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt beschloß, dieses Projekt der Technischen Universität Dresden mit rund 800.000 Mark zu fördern. Es bestehe ein großer Bedarf, die konzentriert anfallenden Nitratlösungen besonders aus der Trinkwasseraufbereitung umweltgerecht zu entsorgen, hob Brickwedde die Bedeutung des Verfahrens hervor. Der Nitratabbau funktioniere gewöhnlich mit Mikrobakterien. Dieses jedoch setze das Vorhandensein eines organischen Substrats voraus. Bei konzentrierten Industrieabwässern sei dies aber häufig nicht gegeben.
Das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt entschied sich ebenfalls für die Förderung eines Projektes zur Wiederverwertbarkeit von Kühlschmierstoffen der Firma Polyplan GmbH in Hannover zusammen mit dem Lehrstuhl und Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der Technischen Universität Braunschweig . Kühlschmierstoffe werden für vielfältige metallverarbeitende Prozesse, insbesondere dem Zerspanen und dem Schleifen, eingesetzt. Meistens wird der Kühlschmierstoff in einem kleinen Tank an der Werkzeugmaschine gespeichert und über eine Pumpe während der Bearbeitung im Kreislauf geführt.
Ziel sei die Herstellung eines mobilen Gerätes zur thermischen Wiederverwertung der Kühlschmiermittel. Dieses soll in metallverarbeitenden Betrieben eingesetzt werden, um die bisher regelmäßig zur Entsorgung anfallenden Kühlschmiermittel wieder verwertbar zu machen. Entsprechende Geräte seien bislang nur für die Großbetriebe mit zentraler Kühlschmierstoffversorgung produziert worden. Das neue Gerät hingegen eigne sich für Werkzeugmaschinen mit separater Kühlschmierversorgung. Die Abfallmenge an Kühlschmierstoffen betrage allein an diesen Maschinen jährlich rund 700.000 Tonnen.