21.06.1996 | "Mittelständler machen mit Macht mobil: Umweltbewußt, innovativ und visionär das Tor zum 21. Jahrhundert aufstoßen "

Umweltstiftung präsentiert im fünften Jahr ihres Bestehens herausragende Projekte im produktionsintegrierten Umweltschutz - Kohl Festredner

Bonn / Osnabrück. "Unternehmer für die Umwelt - Innovative Umwelttechnik aus dem Mittelstand" - ist der Titel einer Tagung, die am 2. Juli von 14 bis 18 Uhr in der Stadthalle Bonn-Bad Godesberg stattfindet. Im fünften Jahr ihres Bestehens stellt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, repräsentative Projekte vor, die sie speziell in Zusammenarbeit mit innovativen mittelständischen Unternehmen seit Stiftungsgründung im Kernbereich des produktionsintegrierten Umweltschutzes gefördert hat. In Foren, begleitenden Ausstellungen und einer Plenarveranstaltung hat die interessierte Öffentlichkeit Gelegenheit, sich über die umweltrelevante Innovationskraft bundesdeutscher Unternehmer ein Bild zu machen. Prominenter Festredner: Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl.

Neben Kohl werden nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Stiftungskuratoriums, Bundesbankpräsident Dr. Hans Tietmeyer, vier mittelständische Unternehmer ans Rednerpult treten und ihre von der Stiftung geförderten Projekte vorstellen. Raimund Rimmele, Geschäftsführer des Ziegelwerks Georg Rimmele im baden-württembergischen Ehingen, wird seine Entwicklung eines hochwärmedämmenden Mauerziegels vorstellen. Siegfried Stocker , Geschäftsführer der Ludwig Stocker Hofpfisterei in München, wird über ein neues Konzept zur rationellen Energienutzung in seiner Brotbäckerei reden.

Aus dem sächsischen Markranstädt wird Dr.-Ing. Rolf Schirner , Geschäftsführer der Firma Ceresan , über ein neues Verfahren zur Herstellung von trockenmodifizierten Weizenmehlen sprechen, bei dem die durch den bisher üblichen Einsatz von Stärke anfallenden hohen Abwasserlasten vermieden werden. Und Dr. Bernhard Weßling, Geschäftsführer der Firma Zipperling Kessler & Co. im schleswig-holsteinischen Ahrensburg, wird in Bonn sein neues Rostschutzverfahren präsentieren.

In den insgesamt sieben Foren, die als ein "Markt der Möglichkeiten" den Stand innovativer Umweltschutztechnik aus mittelständischen Unternehmen in Deutschland dokumentieren werden, werden zusätzlich Firmen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen und Hessen vertreten sein. Thematisch wird es unter anderem um schadstoffarme Motoren und umweltrelevante Innovationen im Bereich des Recyclings von Spraydosen gehen, um Ressourcenschonung durch verstärkte Nutzung nachwachsender Rohstoffe oder um innovative Medizintechnik. Auch neue Konservierungsverfahren zum Schutz umweltgeschädigter Kulturgüter, Computertechnik als Hilfe für Umweltplaner in Wirtschaft und Politik sowie Umwelttechnik aus dem Mittelstand für den internationalen Markt sollen vorgestellt werden.

In begleitenden Ausstellungen werden auch die Aspekte der Umweltinformation und Umweltberatung für mittelständische Betriebe vertieft. Auch hier engagiert sich die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit Millionenbeträgen. Und daß mobile Schnellanalytik im Dienste des Umweltschutzes Bürgern und Institutionen flott und kompetent Auskunft geben kann, wird die Firma Mobilab aus Hamburg demonstrieren.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt - nach der Privatisierung der Salzgitter AG 1990 mit einem Stiftungskapital von rund 2,5 Milliarden Mark gegründet - fördert nach den Worten ihres Generalsekretärs Fritz Brickwedde die Kreativität kleiner und mittlerer Unternehmen bei der praktischen Lösung von Umweltproblemen und gibt Anreiz für ökologische Innovationen in diesen Betrieben. Sie setzt, so Brickwedde, durch die Förderung umwelt- und gesundheitsfreundlicher Produkte und Produktionsverfahren auf einen vorbeugenden und integrierten Umweltschutz, mindert das Einstiegsrisiko für Unternehmen in umweltschonendere Produktionstechniken und fördert, was die Umwelt direkt und praktisch schützt.

Gleichzeitig unterstützt sie Kooperationsprojekte in der Anwendung von Umwelttechnik und den Austausch von Wissen über die Umwelt zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und anderen öffentlichen oder privaten Stellen. Seit Aufnahme der Fördertätigkeit durch die Stiftung 1991 wurden über 1.950 Projekte mit einem Gesamtvolumen von knapp 950 Millionen Mark gefördert.

Hinweis an die Redaktionen: Ergänzende Materialien zu der Veranstaltung in Bonn (u.a. Detailangaben zu den präsentierten Projekten mit Ansprechpartnern sowie deren Telefon- und Faxnummern, zur Chronik der Stiftung, zu den Statistiken der ersten fünf Jahre der Stiftung, zu ihrem nach ökologischen Gesichtspunkten errichteten Verwaltungsgebäude, zum von ihr vergebenen Deutschen Umweltpreis oder zur Besetzung des Kuratoriums, Fotos von einzelnen Projekten und dem Verwaltungsgebäude der Stiftung) können über Pressesprecher Franz-Georg Elpers, Telefon 0541/9633521, Fax 0541/9633198 , angefordert werden.