03.04.1996 | "Neue Plasmasterilisation baut Zahnärzten Brücke zum Umweltschutz"

Ökologische Alternative zu bisherigen Verfahren jetzt in Osnabrück präsentiert - Sterilisation künftig auch dort, wo heute nur desinfiziert wird

Osnabrück. Dem gestiegenen Hygienebewußtsein von Patienten speziell in Zahnarztpraxen kann in Zukunft noch intensiver Rechnung getragen werden. Gemeinsam mit der Innovent Technologieentwicklung e.V. in Jena entwickelte die Saskia GmbH aus Ilmenau in Thüringen ein neues Plasmasterilisationsverfahren, das nicht nur eine echte und umweltfreundliche Alternative zu der bisher angewandten Gas- oder Dampfsterilisation darstellt, sondern die empfindlichen Bohrer auch schont. "Wir sehen in Deutschland 50.000 bis 70.000 Zahnarztpraxen, die an einer weiteren Verbesserung der Hygienebedingungen interessiert sind, wenn einfache und handhabbare Lösungen angeboten werden," kommentierte jetzt in Osnabrück Franz-Georg Elpers , Pressesprecher der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, die Vorstellung der Projektergebnisse. Rund 750.000 Mark hatte die Stiftung für die Neuentwicklung bereitgestellt.

Im Rahmen einer Fachkonferenz hatten jetzt in Osnabrück Professor Dr. Hans-Jürgen Tiller (Innovent) und Heinz-Dieter Bürger (Saskia) einem Expertengremium die experimentellen Ergebnisse und die Gerätekonzeption zur Plasmabehandlung zahnärztlicher Instrumente vorgestellt. Danach ließen sich medizinische Instrumente, speziell rotierende Instrumente aus dem Bereich der Zahnmedizin und Dentalprothetik, dadurch materialschonend sterilisieren, daß eine übliche Reinigung in einem Ultraschallbad mit einer anschließenden Plasmabehandlung gekoppelt werde.

Zur Zeit würden zur Sterilisation medizinischer Instrumente unterschiedliche Verfahren praktiziert, die zum Teil sehr aufwendig oder umweltbelastend und deshalb in der Zahnarztpraxis praktisch nicht einsetzbar seien. Obendrein verlören gerade die empfindlichen Bohrer durch einzelne dieser Verfahren an Schärfe. Während in der Zahnmedizin zur Zeit nur für spezielle Geräte eine Sterilisation gefordert werde, andere nur zu desinfizieren seien, vergrößere das neue Verfahren die Sicherheit für Patienten und medizinisches Personal, indem auch hier eine Sterilisation vollständig, schnell und preiswert durchgeführt werden könne. Damit gehe das Verfahren zur Sterilisation über die aktuelle Vorschriftenlage deutlich hinaus.

Mit einem Verkaufspreis, der anderen Sterilisationsgeräten vergleichbar ist, könne das mikrowellengroße Gerät am Patientenstuhl und für den Patienten sichtbar in einer Zeit unterhalb von zwei Minuten die hygienische Vorbehandlung der Bohrer vor dem Einsatz sicherstellen und damit zu einer höheren Sicherheit für die Patienten beitragen.

Hinweis an die Redaktionen: Ein Foto von der bundesweit erstmaligen Präsentation des neuen Gerätes kann bei der Pressestelle der Umweltstiftung angefordert werden.