Bonn/Hamburg. Der Deutsche Umweltpreis - mit einer Million Mark höchstdotierter Umweltpreis Europas - wird 1996 in Hamburg verliehen. Das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, unter Vorsitz von Bundesbankpräsident Dr. Hans Tietmeyer beschloß gestern abend in Bonn, die bisher dreimal vergebene Auszeichnung am 20. Oktober im Rahmen eines Festaktes im Deutschen Schauspielhaus an den oder die neuen Preisträger zu überreichen. 1993 war der Preis der 1990 gegründeten Stiftung erstmals in Berlin, 1994 in Dresden, im Vorjahr in München verliehen worden.
Mit der Vergabe des Deutschen Umweltpreises will die unabhängige Stiftung, die seit Aufnahme ihrer Fördertätigkeit am 1. März 1991 in rund 1.800 innovative Umweltschutzprojekte rund 880 Millionen Mark investiert hat, "Einsatz und Leistungen auszeichnen, die entscheidend und in vorbildlicher Weise zum Schutz und zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden", wie es die entsprechenden Leitlinien vorsehen. Die Auszeichnung soll andere Personen, Unternehmen und Organisationen "anstiften", Umweltprobleme rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Strategien schon im Vorfeld zu entschärfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung.
Bei der ersten Vergabe des Deutschen Umweltpreises 1993 wurde die sächsische Firma Foron für die Entwicklung des ersten fluorchlorkohlenwasserstoff- und fluor-kohlenwasserstofffreien (FCKW und FKW) Kühlschrankes ausgezeichnet. Zweiter Preisträger 1993 war der Münchner Ökologieprofessor Dr. Wolfgang Haber , der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. 1994 wurden das ökologische Musterdorf Wulkow in Brandenburg, die Umweltinitiativen der ostwestfälischen Wirtschaft sowie die Ozonforscher Professor Dr. Paul J. Crutzen - 1995 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet - und Dr. Frank Arnold in der Dresdner Semperoper geehrt. 1995 wurden als "Pioniere des Umweltmanagements" die Unternehmer Klaus Günther aus Lengerich in Westfalen und Dr. Georg Winter aus Hamburg ausgezeichnet.
Nach Abschluß des Ausschreibungsverfahrens, bei dem Vertreter gesellschaftlich relevanter Institutionen und Verbände ihre Favoriten für den Deutschen Umweltpreis 1996 nominieren konnten, liegen insgesamt fast 100 Bewerbungen vor. Eine unabhängige Fachjury wird alle eingehenden Vorschläge prüfen, bevor das Kuratorium der Stiftung entscheiden und der Preis dann im Herbst 1996 in Hamburg verliehen werden wird.