15.03.1996 | "Handwerker bringen Irrfahrten zur Strecke"

Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert Untersuchung umweltschonender Handwerkerfahrten mit rund 140.000 Mark

Dortmund. Wenn Handwerker auf Achse sind, kommen schnell einige Kilometer zusammen. Viele davon können zur Schonung der Umwelt eingespart werden. Diese Auffassung vertritt die Plan-Lokal GbR (Dortmund) , die Handwerkerfahrten untersuchen will, um Einsparungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, will das Projekt mit rund 140.000 Mark unterstützen. Handwerkerfahrten machten 26 Prozent am gesamten Wirtschaftsverkehr aus, erläutert Generalsekretär Fritz Brickwedde die Förderung. Im Gegensatz zum Lade- und Lieferverkehr gebe es bislang für den Personenwirtschaftsverkehr noch keine logistischen Lösungen.

Untersucht werde, ob sich Fahrten verkürzen lassen, indem entsprechende Hinweisprogramme benutzt werden. Die Geräte seien in der Lage, den Fahrer beim Ansteuern des Transportziels durch Richtungsvorschläge zu unterstützen. Dadurch könnten Fahrt- und Rüstzeiten sowie Irrfahrten reduziert werden. Überprüft werde auch die Möglichkeit, vor Fahrtbeginn ein Tourenplanungsprogramm einzusetzen, heißt es in einer Pressemitteilung der größten Umweltstiftung Europas. Erwogen werde ebenfalls ein Bringsystem für die eilige Beschaffung von Kleinmaterial, Ersatzteilen und Werkzeugen.

Im Rahmen der Untersuchung würden Wegefolgen, Fahrzeiten und Wegelängen protokolliert. Die Tourenplanung solle beispielhaft für das Handwerk realisiert werden. Anhand einer Gegenüberstellung der Kilometer- und Fahrzeitbilanz sei dann festzustellen, welche Möglichkeiten für die Steuerung von Handwerkerfahrten in Frage kommen. Das Projekt mache eine branchenübergreifende Kooperation erforderlich. Einzelne Unternehmen seien allein kaum in der Lage, die Rationalisierungen zu verwirklichen.